Zahnzusatzversicherung

ZahnzusatzversicherungGepflegte Zähne werden oft als unsere Visitenkarte bezeichnet – kein Wunder, denn ein schönes Lächeln kann so manche Türe öffnen. Nicht nur deswegen sollten die Zähne gut und gründlich gepflegt werden. Zu einer guten Zahnpflege gehören das regelmäßige und gründliche Putzen, die Verwendung von Zahnseide und gegebenenfalls Mundspülungen und die Reinigung der Zunge. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche wenigstens zweimal jährlich, Erwachsene mindestens einmal jährlich den Zahnarzt aufsuchen, um Zahnbeschwerden vorzubeugen und vorhandene Schäden beseitigen zu lassen.

Weiße Zähne, gerade Zähne, gesunde Zähne?

Leider ist nicht jeder Mensch mit geradestehenden, strahlend weißen Zähnen ausgestattet. Und bekannt ist auch, dass manche Menschen einfach schlechtere, also für Zahnkrankheiten anfälligere, Zähne haben, als andere und deswegen häufiger Probleme mit ihren Zähnen haben. Grundsätzlich ist das kein Problem: Schiefe Zähne können mithilfe von Zahnspangen gerichtet werden und wer Wert auf weiße Zähne legt, dem wird beim Zahnarzt ebenfalls geholfen werden können. Viel wichtiger ist allerdings die grundsätzliche Beschaffenheit der Zähne, also dass sie gesund sind. Bestimmte Faktoren, die jeder selbst beeinflussen kann, etwa Rauchen, der Konsum von Kaffee, Tee und Alkohol oder das Naschverhalten können dazu führen, dass wir Zahnprobleme bekommen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Schwangerschaft kann sich auf die negativ auf die Mundflora auswirken und die Zähne anfälliger für Karies werden lassen, sodass sie einer Behandlung bedürfen.

Zahnzusatzversicherung als Ergänzung zur Krankenkasse?

In Deutschland zahlt die Krankenkasse den Zahnarztbesuch und, soweit dies erforderlich ist, die Zahnsanierung oder den Zahnersatz. Soweit, so gut. Grundsätzlich gilt aber für alle zahnmedizinisch erforderlichen Maßnahmen, dass die dafür entstehenden Kosten nur in Höhe der Grundversorgung übernommen werden.

Das bedeutet: Zahnarztbesuch, Zahnsanierung und Zahnersatz – ja. Darüber hinaus gehende Maßnahmen – nein. Manch ein Patient mag sich fragen, wozu darüber hinausgehende Maßnahmen gut sein sollen. Immerhin glauben viele Patienten, dass die von den Krankenkassen übernommenen Leistungen völlig ausreichend sind. Das stimmt, denn eine Zahnsanierung mit Amalgam ist nicht schlechter, als eine mit Keramik. Und die von der Kasse gezahlte Krone oder Brücke ist ebenso funktionell und ermöglicht dem Patienten, beschwerdefrei und wie gewohnt am Leben teilnehmen zu können. Wer allerdings ein „Mehr“ bei der Zahnbehandlung wünscht, etwa anstelle der Amalgamfüllung eine zahnfarbene Zahnfüllung oder sogar ein Inlay haben möchte, oder ein hochwertiges Zahnimplantat wünscht, der kann sein Portemonnaie weit aufmachen. Denn dies alles sind Extraleistungen, die die Krankenkasse nicht übernimmt.

Es ist also tatsächlich so, dass die von der Kasse übernommenen Leistungen völlig ausreichend für die Grundversorgung sind. Mehr aber auch nicht. Den ästhetischen Ansprüchen des Patienten genügt diese Grundversorgung oftmals nicht: Wer die Wahl hat, sich zwischen einer deutlich sichtbaren Amalgamfüllung und einer kaum sichtbaren anderen Sanierung zu entscheiden, wird eher auf die dezente Methode der Sanierung zurückgreifen. Wer möchte schon gerne mit einem Mund voller Amalgamfüllungen durchs Leben laufen?

Aber auch für Patienten, für die eine Zahnsanierung oder ein Zahnersatz (noch) keine Rolle spielen, die aber aus zahnhygienischen Gründen regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung als zusätzliche Prophylaxe bei ihrem Zahnarzt durchführen lassen, stellt sich die Frage nach den Kosten: Denn auch hier sind diese vollständig vom Patienten selbst zu tragen. Die Kosten pro Behandlung liegen derzeit zwischen etwa 75 und 110 € – kein Pappenstiel, wenn man bedenkt, dass professionelle Zahnreinigungen zweimal jährlich durchgeführt werden sollen.

Höhere Zahnarztgebühren seit dem 01. Januar 2012

Seitdem ab dem 01. Januar 2012 eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte in Kraft getreten ist, haben sich die von den Zahnärzten erhobenen Gebühren erhöht. Leider ist Erhöhung der Regelversorgungsleistungen für die Patienten durch die Krankenkasse nicht absehbar. Eher das Gegenteil wird der Fall sein, denn von den Patienten individuell abgeschlossene Zusatzversicherungen sollen für die vom Patienten gewünschten „Extras“ aufkommen. Damit liegt es in der Hand eines jeden einzelnen Patienten, welche Leistungen er in Anspruch nehmen möchte bzw. was er sich leisten kann. Klar ist damit auch die Marschrichtung: Zahnarztbesuche und Zahnbehandlungen werden künftig teurer werden. Nicht nur deshalb ist es lohnenswert, sich über geeignete Zahnzusatzversicherungen zu informieren.

Bessere Leistungen durch die passende Zahnzusatzversicherung

Je eher ein Patient eine Zahnzusatzversicherung abschließt, desto günstiger ist in der Regel der Versicherungsbeitrag. Fakt ist außerdem, dass die Beiträge geringer sind, je jünger der Versicherte ist.

Je geringer das Risiko für die Versicherung bei Vertragsschluss also ist, desto mehr profitiert der Patient davon. Und das kann sich durchaus als bares Geld für den Patienten auszahlen. Je jünger ein Patient ist, desto weniger Zahnschäden werden in der Regel vorhanden sein. Weil allerdings die meisten Zahnzusatzversicherungen sogenannte Leistungshöchstgrenzen innerhalb der ersten Jahre nach Abschluss der Versicherung festlegen, lohnt es sich in jedem Fall, frühzeitig eine solche Versicherung abzuschließen und nicht erst, wenn Bedarf an einer teuren Zahnarztbehandlung besteht. In der Regel handelt es sich um die ersten fünf Jahre nach Versicherungsschluss, in denen jeweils nur ein bestimmter, im Vertrag genau benannter Höchstbetrag von der Zahnzusatzversicherung übernommen wird. Nach Ablauf dieser Zeit leistet die Versicherungsgesellschaft im vollen Umfang der im Versicherungsvertrag geregelten Leistungen.

Weil niemand weiß, welche Probleme in den nächsten Jahren mit seinen Zähnen auftreten können, es hingegen aber fast klar ist, dass irgendwann irgendwelche Maßnahmen an den Zähnen erforderlich sind, lohnt es sich also gerade dann eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn keine Probleme in Sicht sind. Im Falle des Falles, wenn also eine Zahnbehandlung nötig ist, kann der Patient also möglicherweise schon auf den vollen Versicherungsschutz hoffen. Etwa dann, wenn ein Zahnimplantat erforderlich wird. Das kann im Bereich der hinteren Zähne durchaus mit 2.000 € Kosten zur Last fallen, bei den Zähnen im vorderen Zahnbereich wird es entsprechend teurer. Geld, das in der Regel nicht so ohne Weiteres da ist. Manch ein Patient müsste deswegen auf ein schönes, qualitativ hochwertiges Implantat verzichten – aber warum sollte man seine eignen ästhetischen Ansprüche herunterschrauben, wenn die Möglichkeit zur Vorsorge besteht?

Welche Zahnzusatzversicherung ist die Richtige?

Grundsätzlich gilt: Es gibt nicht DIE beste Zahnzusatzversicherung. Jede Versicherung sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Versicherten zugeschnitten sein. Auch sollte sich ein Versicherter informieren, welche Leistungen im Versicherungsumfang enthalten sind. Was für den Nachbarn gut ist, muss nicht für die Tante um die Ecke gut sein. Deswegen heißt es: Informieren und vergleichen sind das A und O vor jedem Versicherungsabschluss. In der Regel sind alle zahnmedizinischen Maßnahmen, aber auch Vorsorgemaßnahmen wie die bereits genannte professionelle Zahnreinigung, in der Versicherung enthalten. Unterschiede können beim Leistungseintritt auftreten und auch die Höhe der Leistungen innerhalb der ersten Versicherungsjahre kann unterschiedlich geregelt sein. Zudem gibt es für den Versicherten die Möglichkeit, gegen einen Aufpreis bereits fehlende Zähne mitzuversichern, auch wenn diese schon ersetzt wurden.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich vor Vertragsschluss Angebote von verschiedenen Versicherungsgesellschaften einzuholen und diese gründlich zu vergleichen. Zahnzusatzversicherungen werden von nahezu jeder bekannten Versicherungsgesellschaft angeboten. Auch die verschiedenen Testberichte der Versicherungen sollten gründlich studiert werden. Unter Umständen lohnt es sich sogar, den behandelnden Zahnarzt zu bitten, einen Blick auf die Versicherungsangebote zu werfen. Zahnärzte als Fachleute wissen, welche Klauseln sinnvoll sind und welche nicht. Zudem haben sie unter Umständen mit der einen oder anderen Versicherungsgesellschaft schon positive Erfahrungen gesammelt, die sie an ihre Patienten weitergeben können.

Für jemanden, dem bereits Zähne fehlen, empfiehlt der Abschluss einer Zusatzklausel, wenn er diese Zähne mitversichern möchte. Dies gilt übrigens auch, wenn die fehlenden Zähne ganz oder teilweise schon ersetzt wurden.

Ganz wichtig ist übrigens, wie bei allen anderen Versicherungen auch, dass im Antrag auf Abschluss der Zahnzusatzversicherung korrekte Angaben gemacht werden. Werden vorsätzlich falsche Angaben gemacht oder wichtige Informationen verschwiegen, kann die Versicherung im Eintrittsfall unter Umständen die Leistung verweigern!

Wann lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung?

Eine Zahnzusatzversicherung kann, gerade wenn in den letzten Jahren keine Probleme mit den Zähnen aufgetreten sind, wie die pure Geldverschwendung wirken. Tatsächlich ist sie es aber nicht, denn jeder, der schon einmal Zahnschmerzen hatte weiß, dass diese plötzlich auftreten. Wann und ob ein Schadensfall eintritt, kann oftmals trotz gründlicher Vorsorge nicht vorhergesehen werden.

Zwar kann ein Patient, der seine Zähne regelmäßig und gründlich pflegt sowie regelmäßig den Zahnarzt konsultiert davon ausgehen, dass in der Regel nicht unvermittelt ein Zahnersatz erforderlich sein wird. Allerdings können trotz guter Zahnpflege Karies entstehen oder Zahnfleischprobleme eine Behandlung erforderlich machen. Wenn eine Sanierung erforderlich ist, stehen entweder eine Amalgamfüllung zur Auswahl, oder eine ästhetische Sanierung, etwa ein Inlay oder eine zahnfarbene Kunststofffüllung. Entscheidet sich der Patient für eine möglichst unauffällige Zahnsanierung, hat er in jedem Falle die Kosten dafür selbst zu tragen. Rechnet sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nur für die Versicherungsgesellschaft, oder auch für die Versicherten?

Sicherlich kostet eine Zahnzusatzversicherung Geld. Allerdings gibt es sehr günstige Angebote bereits ab etwa 9 € monatlich, sodass schöne Zähne nicht nur für die Vermögenden erschwinglich sind. Entscheidend sollte allerdings nicht der Preis der Versicherung sein, sondern vielmehr das angebotene Leistungsspektrum und das Preis-Leistungsverhältnis insgesamt. Dieses Leistungsspektrum sollte möglichst genau auf die Bedürfnisse des Versicherten angepasst sein, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt. Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung können sorgenfrei zu ihrem Zahnarzt gehen, denn sie sind auf jeden Fall vor teuren Behandlungen gewappnet. Sollte tatsächlich eine Zahnbehandlung erforderlich sein, kann sich ein Patient mit Zahnzusatzversicherung unabhängig von seinem finanziellen Status genau die Lösung für seine Zähne wählen, die seinen eigenen ästhetischen Ansprüchen genügt, anstatt sich mit der günstigsten Lösung zufriedengeben und Einschränkungen hinnehmen zu müssen. Hinzu kommt, dass sich eine Zahnzusatzversicherung schon fast rechnet, wenn der Patient regelmäßig die im Versicherungsvertrag angebotenen Leistungen in Anspruch nimmt, etwa die professionelle Zahnreinigung.

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