Gebiss

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GebissDefinition / Begriffserklärung: Das Gebiss ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems des Menschen. Man spricht auch von Kauorgan und Kausystem. Die Zähne bereiten als Teil eines Systems mit Kieferknochen, Kiefermuskeln, Kiefergelenken und Zahnhalteapparat die Nahrung auf, so dass sie für die weitere Verdauung bereit ist. Das Gebiss des Menschen durchläuft zwei Entwicklungsstadien. In der ersten, kindlichen Phase entsteht das sogenannte Milchgebiss, das medizinisch exakt auch als Milchzahngebiss bezeichnet wird. Bereits ab dem 6. Monat nach der Geburt beginnt sich das Milchzahngebiss zunächst mit den mittleren Schneidezähnen auszuprägen. Im Alter von 25 Monaten ist das Milchzahngebiss endgültig komplett. Es besteht aus den Schneidezähnen und den Milchmahlzähnen. Insgesamt umfasst dieses kindliche Gebiss 20 Zähne. Die zeitliche Abfolge, in der die Zähne im Ober- und Unterkiefer erscheinen, ist genetisch vorgegeben. Die ersten Zähne sind immer die Schneidezähne im Unterkiefer. Danach folgen die Backenzähne und die Eckzähne erscheinen als letzte Milchzähne.

Regelmäßige Pflege der Zähne

Um die Entstehung gesunder bleibender Zähne zu begünstigen, ist es wichtig, dass auch die Milchzähne regelmäßig gepflegt und einer zahnmedizinischen Vorsorgeuntersuchung unterzogen werden. Einige Menschen besitzen zeitlebens noch Milchzähne, da sich aufgrund verschiedener Ursachen darunter keine Anlagen für bleibende Zähne befinden. Im Zusammenhang mit der kieferorthopädischen Behandlung können bei diesen Unregelmäßigkeiten ebenfalls verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden, die gleichsam kosmetisch relevant sein können.

Lebensdauer eines Gebisses

Das Gebiss eines erwachsenen Menschen bleibt dauerhaft, normalerweise bis zum Lebensende erhalten. In der Regel werden jedoch im Einklang mit natürlichen Alterungserscheinungen und Erkrankungen einige Zähne nach und nach locker und fallen aus. Ab dem 5. Lebensjahr beginnen die bleibenden Mahlzähne am Ober- und Unterkiefer zu wachsen. Bis zum Alter von 25 Jahren ist das Erwachsenengebiss vollkommen ausgeprägt.

Unterschiedliche Gebisse

Die Gebisse der Menschen unterscheiden sich nicht nur im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Zahnkonstellationen, sondern insbesondere in der abweichenden Zahnfarbe voneinander. Als gesunde und optimale Zahnfarbe wird ein blendendes Weiß favorisiert. Da jedoch die Farbe der Zähne jedes Menschen in seinen genetischen Anlagen vorgegeben ist, besitzen nicht alle Menschen diese strahlend weißen Zähne. Sowohl die genetischen Faktoren, die als innere Ursachen bezeichnet werden, als auch die äußeren Einflüsse wirken auf die Zähne und können diese farblich verändern. Insbesondere an den Bestandteilen des Zahnes, die optisch sichtbar sind, können unschöne Verfärbungen, Ablagerungen und eine Zahnfarbe vorhanden sein, die nicht den klassischen weißen Vorstellungen entspricht. Die Zahnkrone besteht aus Dentin, einer Substanz, die durch eine extrem Härte und Widerstandsfähigkeit gekennzeichnet ist. Im Dentin sind unterschiedliche Farbpigmente oder Farbsubstanzen enthalten, welche die Grundlage für die Farbe der Zähne sind. Grundsätzlich ist die Farbe des Zahnschmelzes immer weiß. Das unter dieser Schicht befindliche Zahnbein hat eine vorwiegend gelbliche Färbung. Wenn im Laufe des Lebens durch verschiedene Einwirkungen die Dentinschicht durch verloren gegangene Mineralien transparent wird, dann scheint die Zahnbeinfarbe durch und die Zähne wirken gelblicher.

Entstehung von Zahnverfärbungen

Durch die Beschädigung der Zahnoberfläche aufgrund von aggressiven Nahrungsmitteln, die reich an säurehaltigen Substanzen sind, ist die Oberfläche des Zahnes nicht mehr so glatt. Durch farbhaltige Inhaltsstoffe aus Tabak, Tee oder Kaffee tritt eine zunehmende Zahnverfärbung auf, die unschön aussieht. Darüber hinaus sind alle Obstsorten und Fruchtsäfte reich an Fruchtsäure. Auch Cola entzieht dem Zahn wichtige härtende Mineralien und trägt somit schneller zu Zahnverfärbungen bei. Mit äußerst modernen Methoden und schonenden Verfahren, die gegenwärtig im Zusammenhang mit dem sogenannten Zahnbleaching professionell durchgeführt werden, lässt sich die Farbe der Zähne wieder aufhellen und lästige Farbeinlagerungen können entfernt werden. In der Zahnmedizin wird die Zahnaufhellung durch zwei bewährte Techniken ermöglicht, die sich durch abweichende Ausführungen, Vorzüge, Risiken und Nebenwirkungen voneinander unterscheiden.

Gebiss eines Erwachsenen

Der Mensch hat in seinem Leben zwei Sätze von Zähnen. Als kleines Kind stehen ihm die sogenannten Milchzähne zur Verfügung, später folgen die bleibenden Zähne. Es dauert etwa 20 Jahre, bis alle bleibenden Zähne des Gebisses eines Erwachsenen durchgebrochen sind. Schon vor der Geburt ist das komplette Gebiss im Kiefer angelegt. Das Erwachsenengebiss besteht aus 32 Zähnen. Dabei befinden sich jeweils 16 Zähne im Ober- und Unterkiefer. Ohne die Weisheitszähne hat der Erwachsene 28 Zähne. Es gibt unterschiedliche Formen von Zähnen. Dabei haben alle Zähne eine eigene Funktion:

  • Incisivi: Das sind die vier Schneidezähne, die im vorderen Kiefer liegen. Sie sind flach und spatelförmig. Durch die scharfe Kante kann Nahrung abgebissen und geteilt werden.
  • Dens Caninus: Die Eckzähne liegen links und rechts neben den Schneidezähnen. Der Mensch hat vier Stück davon. Die Wurzel des Eckzahns ist besonders lange und seine Krone läuft nach oben hin Spitz aus. Mit diesem robusten Zahn können Nahrungsmittel sehr gut abgebissen und festgehalten werden.
  • Prämolaren: Das sind die kleinen Backenzähne, die nach den Eckzähnen kommen. Insgesamt hat der Mensch 8 dieser Prämolaren. Sie besitzen kleine Höcker, die dem Zerkleinern und Zermahlen von Speisen dienen.
  • Molaren: Die zwei großen Backenzähne, die nach den kleinen Backenzähnen folgen, nennt man Molaren. Man nennt sie außerdem Mahlzähne. Ihre Funktion ist es, Nahrung durch mahlen zu zerkleinern. Sie haben mehrere Wurzeln, sind daher besonders robust und stärker im Kiefer verankert, als die kleinen Backenzähne.
  • Weisheitszähne: Dies sind die letzten Zähne im menschlichen Gebiss. Sie sind nicht immer angelegt, oder brechen nicht durch. Manchmal ist es nötig, die Weisheitszähne zu entfernen, damit sie nicht die Zähne des gesamten Gebisses verschieben.

Bezeichnung der einzelnen Zähne

Es gibt ein international gültiges Zahnschema. Dabei handelt es sich um ein Zahlensystem, welches dem Zahnmediziner dazu dient, die Zähne zu benennen. Ober- und Unterkiefer stellen als Zahnbogen jeweils einen Halbkreis dar. Diese beiden Halbkreise werden abermals in zwei Hälften unterteilt. Man spricht von Quadranten. Sie erhalten die Nummern 1-4. Jeder Zahn eines Quadranten erhält eine weitere Nummer, die die genaue Lage des Zahnes bezeichnet. 13 (sprich eins-drei) ist beispielsweise der Eckzahn im Oberkiefer rechts. 34 meint den ersten kleinen Backenzahn im Unterkiefer links.

Das erste Kindergebiss / Milchzahn-Gebiss

Das erste Gebiss wird als Milchgebiss bezeichnet. Sind alle Milchzähne durchgebrochen, dann besteht das Gebiss aus 20 Zähnen. Davon befinden sich jeweils 10 im Oberkiefer und 10 im Unterkiefer. Das Gebiss besteht aus 4 Schneidezähnen, 2 Eckzähnen und 4 Backenzähnen je Kiefer. Milchzähne sind, genau wie die bleibenden Zähne des Erwachsenen, mit Wurzeln im Kiefer verwurzelt. Haben die bleibenden Zähne einen relativ dicken und harten Zahnschmelz, so ist das Milchgebiss sehr viel empfindlicher. Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist nur etwa ein Millimeter dick. Außerdem ist der Mineralstoffgehalt der Milchzähne viel geringer. Kinderzähne sind deshalb sehr pflegebedürftig und anfällig für Karies und Zahnerosion.

Das Baby bekommt die ersten Milchzähne etwa im Alter von 6 Monaten. Es gibt aber auch Abweichungen nach unten und oben. Normalerweise brechen zuerst die unteren Schneidezähne durch. Als nächstes folgen die oberen Schneidezähne und im Alter von 1,5 Jahren brechen dann auch die ersten Eck- und Backenzähne durch. Spätestens mit drei Jahren hat das Kind ein komplettes Milchgebiss.

Der Zahnwechsel beginnt mit etwa sechs Jahren. Die ersten bleibenden Backenzähne brechen als erstes hinter den letzten Milchbackenzähnen durch. Dafür fallen keine Milchzähne aus, weshalb dies oft unbemerkt bleibt. Mit sieben Jahren beginnt dann der eigentliche Wechsel zum bleibenden Gebiss. Die Wurzeln der Milchzähne lösen sich langsam auf, die Zähne fallen aus und an ihrer Stelle brechen nun die bleibenden Zähne durch. Der Zahnwechsel ist vollzogen, wenn das Kind etwa 11 Jahre alt ist. Die zweiten großen Backenzähne brechen als letztes durch. Mit etwa 18-20 Jahren brechen auch die Weisheitszähne durch, die aber nicht immer angelegt sind und auch nicht immer aus dem Kiefer treten können.

Diese Zeitangaben sind nur ungefähre Richtwerte. Individuell kann sich der Zeitpunkt, wann ein Zahn durchbricht und in welcher Reihenfolge die Zähne wachsen noch unterscheiden. Eltern müssen sich keine Sorgen machen, wenn das Kind früher oder später die ersten Zähne bekommt. Um Zahnschäden und Zahnfehlstellungen zu vermeiden, sollten schon kleine Kinder regelmäßig zum Zahnarzt gehen.

Aufbau der Zähne

Die menschlichen Zähne sind ein sehr robustes Kauwerkzeug. Durch sie kann der Mensch abbeißen, Nahrungsmittel zerkleinern und zermahlen. Ihre primäre Aufgabe ist es, die Nahrung für die weitere Verdauung vorzubereiten. Deshalb ist der Mensch mit einem Allesfresser-Gebiss ausgestattet, welches hohe Belastungen aushält. Empfindlich sind die Zähne, wenn sie mit säurebildenden Bakterien in Kontakt kommen. Diese sind verantwortlich für Karies und Parodontose. Von außen betrachtet, besteht der Zahn aus Zahnkrone (Corona dentis), Zahnhals (Cervix dentis) und Zahnwurzel (Radix dentis). Nur die Zahnkrone ist sichtbar im Gebiss und an ihrem unteren Rand vom Zahnfleisch umschlossen. Die Wurzel liegt unter dem Zahnfleisch im Kiefer und ist dort fest mit dem Knochen verankert. Zahnwurzeln sind also für den stabilen Halt der einzelnen Zähne verantwortlich.

Zähne sind in mehreren Schichten aufgebaut. Bei gesunden Zähnen ist lediglich der Zahnschmelz sichtbar. Diese Glasur umschließt das Zahnbein (Dentin). Darin liegt das Zahnmark, auch Pulpa genannt. Bis zum Zahnhals wird die Zahnwurzel vom sogenannten Zahnzement umschlossen. Beim Zahnschmelz handelt es sich um die härteste Substanz, die es im menschlichen Körper gibt. Er besteht hauptsächlich aus Hydroxylapatit und kristallinen Materialien, wie Phosphat und Calcium. Fluoride werden benötigt, um das Hydroxylapatit in das sehr harte Fluorapatit zu verwandeln. Aus diesem Grund, ist Fluorid Bestandteil vieler Zahnpasten. Geschädigt wird der Zahnschmelz von Säuren. Sie entziehen ihm Phosphat und Calcium, so dass das Material weicher wird und Karies entsteht. Der Zahn besteht hauptsächlich aus Dentin. Dieses Zahnbein liegt unter dem Zahnschmelz und besteht zu zwei Dritteln aus Calcium und Phosphat. Ein Drittel des Zahnbeins besteht aus Eiweiß und Wasser. Dentin ist weicher als Zahnschmelz und anfälliger für Karies. Außerdem ist Dentin schmerzempfindlich. Es reagiert auf Kälte, Hitze und Berührung. Das Zahnmark ist durchzogen von Blutgefäßen und Nervenfasern. Dadurch wird die Ernährung des Zahns gewährleistet.

Zahnwurzeln und Zahnfleisch

Die Wurzeln sind bedeckt vom sogenannten Wurzelzement. Zahnmediziner nennen es auch Cementum. Diese dünne Schicht ummantelt das Wurzeldentin und sorgt dort dafür, dass es fest im Kiefer eingemauert ist. Dennoch ist die Verbindung zum Kieferknochen relativ elastisch. Die Oberfläche der Wurzel ist porös. Sie ist überzogen von ganz feinen Nervenausläufern, die nur mit einem Elektronenmikroskop sichtbar werden. Liegen die Zahnhälse frei, so ist der Zahn wegen dieser Nervenausläufer empfindlich gegen Berührung und Temperatur. Nur die hinteren Backenzähne verfügen über mehr als eine Wurzel. Schneidezähne, Eckzähne und die kleinen Backenzähne sind jeweils mit nur einer Wurzel ausgestattet. Die längsten Wurzeln besitzen die Eckzähne. Die oberen großen Backenzähne haben jeweils drei Wurzeln. Auch das Zahnfleisch hat eine wichtige Aufgabe inne. Es soll den äußeren Abschluss des Zahnhalteapparates bilden und die Zahnhälse und Wurzeln somit vor äußeren Einflüssen schützen. Jeder einzelne Zahn des Gebisses befindet sich in einem eigenen Zahnfach. Dieses Zahnfach wird von einem Alveolarknochen gebildet, welches aus einer sehr dünnen Knochenwand besteht. Die Wurzelhaut verbindet den Wurzelzement mit den Alveolarknochen.

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