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Backenzähne

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BackenzähneDie Backenzähne liegen hinter den Schneide- und den Eckzähnen. Sie sind dazu da, die von den Schneidezähnen zerkleinerten Speiseteile noch feiner zu zermahlen. Manchmal bezeichnet man die Backenzähne auf Grund ihrer speziellen Lage auch als Seitenzähne. Man unterteilt die Backenzähne in zwei Gruppen, in die hinteren Backenzähne, die auch als Molaren oder Mahlzähne bezeichnet werden, und in die vorderen Backenzähne, die so genannten Prämolaren oder Vormahlzähne. Der wissenschaftliche Begriff für die vorderen Backenzähne ist „Dentes premolares“, die hinteren Backenzähne heißen auf lateinisch „Dentes molares“.

Aufbau der Backenzähne

Ein Backenzahn besteht aus verschiedenen Schichten. Das untere Ende ist die Zahnwurzel, die in den Zahnhals mündet. Der obere Teil des Backenzahns ist die so genannte Krone.

Zahnkrone

Die Zahnkrone ist der sichtbare, aus dem Zahnfleisch herausragende Teil des Backenzahns. Wer mit seiner Zunge über die hügelige Oberfläche eines Backenzahns fährt, weiß, weshalb die Krone als eine solche bezeichnet wird. Denn vor allem die Backenzähne sind rundum mit Zacken und Höckern ausgestattet, die einer Krone sehr stark ähneln. Die Krone wird von der Zahnwurzel getragen, die wiederum tief im Knochen verankert liegt. Das Mittelstück zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel ist der so genannte Zahnhals.

Künstliche Zahnkrone / Zahnersatz

Neben der natürlichen Krone gibt es auch die künstliche Krone, die entweder aus Gold oder heutzutage auch sehr häufig aus Keramik besteht. Eine künstliche Krone ersetzt die kranke und daher entfernte natürliche Krone, die zum Beispiel von der Karies so stark geschädigt wurde, dass sie nicht mehr vorhanden ist. Bevor der Zahnarzt die natürliche Krone gegen eine künstliche Krone ersetzen kann, wird der betreffende Backenzahn auf eine spezielle Art und Weise präpariert. Darunter versteht man das leicht konische, beziehungsweise zylindrische Beschleifen in einer Tiefe von bis zu 1 Millimeter unter dem Zahnfleischsaum. Der Zahnhals wird mit einer hohlkehlförmigen Stufe versehen. Damit ausreichend Platz zum Gegengebiss bleibt, wird auch von der Kaufläche ein Teil abgeschliffen. Das ursprüngliche Aussehen des Backenzahns wird dann mit einer Abformmasse rekonstruiert, die wiederum dem Zahntechniker als Modellvorlage für die künstliche Krone dient. Neben Gold und Keramik verwendet man aus Kostengründen zum Überkronen der Backenzähne häufig auch goldreduzierte Legierungen, eine Nichtedelmetalllegierung oder Titan.

Zahnschmelz

Der Backenzahn ist mit dem Zahnschmelz ummantelt. Der Zahnschmelz ist härter als jede andere im Körper existierende Substanz. Er wird von den Adamantoblasten, das sind schmelzbildende Zellen, hergestellt. 95 Prozent des Zahnschmelzes bestehen aus Hydroxylapatit, das sich wiederum aus Phosphat und Kalzium zusammensetzt.

Zahnbein

Der unter dem Zahnschmelz liegende Teil ist das Zahnbein, das wissenschaftlich „Dentin“ genannt wird. Das Dentin bildet die Hauptmasse des Backenzahns. Im Gegensatz zum Zahnschmelz besteht das Zahnbein nur zu etwa zwei Dritteln aus Phosphat und Kalzium. Das restliche Drittel setzt sich aus Wasser und Eiweiß zusammen. Aus diesem Grund ist das Zahnbein sehr viel verletzlicher als der Zahnschmelz und somit auch anfälliger gegenüber den Kariesbakterien. Wer schon einmal einen Backenzahn vom Zahnarzt anbohren hat lassen, der weiß, dass das sehr weh tut. Das Zahnbein ist im Gegensatz zum Zahnschmelz auch sehr viel schmerzempfindlicher, weil eine Berührung, aber auch ein intensiver Kälte- oder Hitzereiz die Flüssigkeit in den Zahnbeinkanälchen in Bewegung bringt. Dadurch kommt ein Reiz der so genannten Tomes´schen Fasern zustande. Bei den Tomes´schen Fasern handelt es sich um die Zellfortsätze der dentinbildenden Zellen, die wiederum mit den Nervenenden in Kontakt stehen und dadurch den Schmerz auslösen.

Zahnmark

Im Innern des Zahnbeins befindet sich das auch „Pulpa“ genannte Zahnmark. Das Zahnmark wird von Nervenfasern und Blutgefäßen durchzogen. Die Pulpa versorgt den Backenzahn mit Nährstoffen.

Wurzelzement

Der so genannte Zahnzement umschließt die Wurzel bis zum Dentin. Die lateinische Bezeichnung für den Zahnwurzelzement ist „Cementum“. Wie das Zahnbein und der Zahnschmelz zählt auch der Zahnzement zu den Hartsubstanzen. Das Cementum umschließt auch in Form einer feinen Schicht das Wurzel-Zahnbein. Der Wurzelzement bildet die äußere Hülle der Zahnwurzel und „zementiert“ diese fest im Kiefer. Dadurch erhält der Backenzahn die nötige Stabilität.

Zahnwurzel

Die Zahnwurzel besitzt eine poröse Oberfläche, die von sehr feinen Nervenausläufern überzogen ist. Diese Nervenausläufer sind auch dafür verantwortlich, dass die Zähne sehr sensibel auf Berührungen und Temperatureinwirkungen reagieren, insofern die Wurzel auf Grund des zurückgebildeten Zahnfleischs teilweise blank liegt. Die Wurzel des Backenzahns setzt sich aus dem Zahnbein und dem Wurzelzement zusammen. An der Spitze der Wurzel befindet sich eine Öffnung, die „Foramen apicale dentis“ genannt wird. Hierbei handelt es sich um die Zutrittsöffnung für die Nervenfasern und die Blutgefäße, was zusammengefasst als Pulpa bezeichnet wird. Die Nervenfasern und Blutgefäße münden in die Pulpa- oder Zahnhöhle. Die engen Ausläufer, die in die Zahnwurzel münden, bezeichnet man allgemein als Wurzelkanäle.

Anzahl der Wurzeln

Die Zähne des Menschen sind mit einer unterschiedlichen Anzahl an Zahnwurzeln ausgestattet. Diesbezüglich ist festzustellen, dass die Zähne desto mehr Wurzeln haben, je weiter sie hinten liegen. Der erste obere Vormahlzahn hat allerdings zwei Wurzeln, während der nachfolgende Prämolar wiederum nur eine Zahnwurzel besitzt. Manchmal sind die Wurzeln auch zusammengewachsen. Jede Wurzel ist mit wenigstens einem Wurzelkanal ausgestattet.

Im Gegensatz zu den übrigen Zähnen haben die hinteren Backenzähne nicht nur jeweils eine, sondern gleich mehrere Wurzeln. Die Backenzähne des Oberkiefers haben drei Wurzeln. Die kräftigere befindet sich auf der Seite des Gaumens und wird palatinale Wurzel genannt. Die zwei deutlich kleineren Zahnwurzeln auf der Wangenseite sind die so genannten vestibulären Wurzeln. Eine dieser Wurzeln nimmt eine vordere, die beiden anderen eine hintere Position ein. Im Fachjargon spricht man von der palatinalen, der mesialen und der distalen Wurzel. Die Backenzähne des Unterkiefers verfügen in der Regel nur über jeweils zwei Zahnwurzeln. Eine der Wurzeln ist mesial, also vorne liegend, und die andere ist distal und demnach hinten angeordnet. Manchmal verfügen die Unterkiefer-Molaren auch über eine weitere Wurzel, die entweder zur Wange oder aber zur Zunge hinzeigt.

Fluorid schützt die Backenzähne

Leidet ein Mensch an Karies, dann wird in erster Linie zuerst der Zahnschmelz angegriffen. Der Zahnschmelz setzt sich überwiegend aus Phosphat und Kalzium zusammen. Säuren und zuckerhaltige Lebensmittel greifen den Zahnschmelz an, indem sie das Phosphat und das Kalzium aus der Zahnsubstanz herauslösen. Der nunmehr auf diese Art und Weise aufgeweichte Zahn ist besonders anfällig für Karies. Aus diesem Grund enthalten viele Zahnpflegeprodukte Fluorid. Das Fluorid wandelt das Hydroxylapatit genannte Zahnschmelz-Material in das sehr viel härtere Fluorapatit um. Dadurch wird der Zahnschmelz gehärtet und zugleich widerstandsfähiger gegen Karies.

Anzahl der Backenzähne

Der Vorfahre der Säugetiere, der so genannte Therapsida, hatte in jeder Kieferhälfte drei hintere und vier vordere Backenzähne. Eine solche Konstellation findet man zum Beispiel beim Schwein. Im Laufe der Entwicklung hat sich bei vielen Säugetieren ein Teil der Backenzähne zurückgebildet, wie dies zum Beispiel auch beim Menschen geschehen ist. Wie bei nahezu allen Säugetieren verfügt auch das Milchgebiss des Menschen über weniger Zähne. Die Zahl und die Anordnung der Zähne wird als so genannte Zahnformel definiert. Das bleibende, vollständig durchgebrochene Gebiss einschließlich der Weisheitszähne enthält in jedem Kieferquadranten drei Mahl- und zwei Vormahlzähne, einen Eckzahn und zwei Schneidezähne. Das Milchgebiss verfügt hingegen über nur zwei Mahlzähne pro Quadrant. Kleinen Kindern fehlen demnach die hinteren Mahlzähne.

Backenzähne im Milchgebiss

Während ein erwachsener Mensch insgesamt 32 Zähne hat, haben Kinder bis zu einem Alter von durchschnittlich sechs Jahren nur 20 Zähne im Mund. Interessant ist hierbei, dass der erste Zahn, der durchbricht, in der Regel ein Backenzahn ist. Dieser Backenzahn bricht häufig hinter den noch existierenden Milchzähnen heraus. Weil der Durchbruch des ersten Backenzahns zumeist im 6. Lebensjahr stattfindet, nennt man diesen Zahn auch „6-Jahr-Molar“. Da dem „6-Jahr-Molar“ kein Milchzahn Platz machen muss, wird dieser oft gar nicht als Teil des bleibenden Gebisses wahrgenommen. Es ist aber sehr wichtig, gerade diesen ersten Backenzahn bei der Zahnpflege auf eine besondere Weise zu berücksichtigen. Erstens, weil er sehr weit hinten liegt und daher eine geeignete Brutstätte für die Kariesbakterien ist, und zweitens, weil man ihn bei der Zahnpflege leider nur allzu oft vernachlässigt, da man ihn fälschlicherweise für einen Teil des Milchgebisses hält, das irgendwann ohnehin ausfällt.

Bis der zweite Backenzahn pro Kieferquadrant durchbricht, vergehen dann etliche Jahre. Im Regelfall sind die Kinder dabei etwa 12 Jahre alt. Der dritte, hintere Backenzahn ist der Weisheitszahn. Er taucht in der Regel nicht vor dem 17. Lebensjahr auf. Sehr häufig brechen die Weisheitszähne erst im Alter von etwa 18 bis 25 Jahren durch, manchmal auch noch viel später. Etwa die Hälfte aller Menschen verfügt über gar keine Weisheitszähne, beziehungsweise die Weisheitszähne sind nur teilweise durchgebrochen oder sie sind verlagert.

Backenzähne beim Omnivoren

Das typische Aussehen und die Beschaffenheit der Backenzähne hängt in erster Linie von der Ernährungsweise ab. Wie der Bär, der Affe und das Schwein gehört auch der Mensch in die Gruppe der Allesfresser. Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Allesfresser ist Omnivore. Omnivoren erkennt man unter anderem daran, dass ihre Backenzähne mit vier oder gar noch mehr Höckern ausgestattet sind, was man auch als bunodont bezeichnet. Die Backenzähne der Allesfresser wachsen im Gegensatz zu den Zähnen bei den spezialisierten Pflanzenfressern nicht nach. Pferde und andere Pflanzenfresser besitzen zygodonte, beziehungsweise lophodonte Backenzähne, was auch als jochzähnig bezeichnet wird. Die Zahnhöcker bei den Grasfressern sind mit kammartigen Schmelzleisten versehen. Kühe und andere Paarhufer sind mit so genannten selenodonten Zähnen ausgestattet. Darunter versteht man Backenzähne die durch die Abnutzung V-, beziehungsweise halbmondförmige Strukturen ausbilden.

Vormahlzähne

Das bleibende Gebiss des Menschen umfasst insgesamt acht Vormahlzähne, die sich unmittelbar vor den hinteren Mahlzähnen befinden. Die auch als Prämolaren bezeichneten Backenzähne haben zwei, beziehungsweise drei Höcker.

Mahlzähne

Die Mahlzähne bezeichnet man wissenschaftlich auch als „Molaren“. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von „Molaris“ ab. „Molaris“ bedeutet „Mühlstein“. Tatsächlich dienen die großen Backenzähne zum Zermahlen der Nahrung. Diese Zähne sind besonders kräftig und groß und mit mehreren, ausgeprägten Höckern sowie mit den Fissuren genannten Grübchen ausgestattet. Auch der Weisheitszahn zählt zu den Molaren.

Der Weisheitszahn – ein ganz besonderer Backenzahn

Die Weisheitszähne nehmen im Reigen der Backenzähne eine ganz besondere Stellung ein. Denn bei den wenigsten Menschen brechen die Weisheitszähne voll durch. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass der Kiefer des heutigen Menschen nicht mehr ausreichend Platz für einen dritten Molaren bietet. Demnach ist der Weisheitszahn ein Überbleibsel aus der Urzeit. Ein weiteres Merkmal der Weisheitszähne ist ihr stark verspätetes Durchbrechen. Die Weisheitszähne lassen sich zumeist erst dann blicken, wenn der Zahnwechsel an und für sich fast komplett abgeschlossen ist. Weil den Zähnen nicht selten ganz einfach der nötige Platz zum korrekten Durchbrechen fehlt, verursachen sie Probleme und müssen daher operativ entfernt werden. Ansonsten drohen Schäden des Gebisses sowie Fehlstellungen. Liegen die Weisheitszähne schief im Kiefer, dann können sich dadurch letztendlich auch Abszesse und Entzündungen bilden. Aus optischen Gründen spricht kaum etwas gegen das Entfernen der Weisheitszähne, da diese als hinterste Backenzähne nicht ins Auge fallen. Ein Problem ist auch die erhöhte Kariesanfälligkeit, da sich die Bakterien in den hintersten Winkeln der Mundhöhle besonders wohl fühlen und auch nicht so leicht von einer Zahnbürste erreicht werden können. Eine professionelle Zahnreinigung ist daher gerade beim Vorhandensein von Weisheitszähnen sehr sinnvoll.

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