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Zahnfleisch

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ZahnfleischUnser Zahnfleisch ist am besten gesund und rosig, es fühlt sich glatt und fest an. Gesundes Zahnfleisch ist weder entzündet, noch geht es zurück. Um es vital zu erhalten, muss jeder etwas dafür tun. Die regelmäßige Reinigung von Speiseresten und bakteriellen Belägen ist daher zwingend notwendig. Um Krankheiten und Probleme rund um den sogenannten Zahnhalteapparat zu verstehen, muss man sich jedoch erst einmal die Struktur und die Funktion des Zahnfleisches ansehen. Wie also ist das Zahnfleisch beschaffen, welche Krankheiten gibt es und wie kann man diese Probleme behandeln?

Zahnfleisch – Aufbau und Funktion

Unser Zahnfleisch (lateinisch: Gingiva), gehört zum Zahnhalteapparat und ist damit wichtig für die Erhaltung unserer Zähne. Aber nicht nur das, gesundes und rosiges Zahnfleisch ist dabei noch ästhetisch und gehört zum „perfekten Lächeln“ unbedingt dazu. Weiße Zähne sowie ein gesundes Zahnfleisch strahlen Vitalität und Frische aus. Dabei besteht es aus mehreren Gewebeschichten und lässt sich nicht verschieben. Die Aufgabe dieses Gewebes besteht darin, den Zahn im Knochen zu befestigen. Die Krafteinwirkungen beim Kauen werden dabei durch das Zahnfleisch auf den Knochen übertragen. Zahnfleisch kann zwar verpflanzt, jedoch niemals nachgebildet werden. Bei einem Rückgang der Gingiva an bestimmten Stellen ist es also durchaus üblich, etwas Material von anderen Stellen zu nehmen und es an die „Problemstellen“ zu verpflanzen. Gerade bei Eckzähnen ist das eine gute Methode, wenn es sich bereits um mehrere Millimeter handelt. Die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch nennt sich „Sulcus gingivae“, die sogenannte „Zahnfleischfurche“, welche idealerweise nur 0,5 mm tief ist und ständig von Speichel durchspült wird. Direkt am Zahn haftet das Saumepithel. Dieses Gewebe schützt den Knochen vor äußeren Einflüssen der Mundhöhle. Direkt unter dem Saumepithel sitzt der „supraalveoläre Faserapparat“, mit dessen Fasern das Zahnfleisch befestigt wird. Um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen, muss das Zahnfleisch regelmäßig gesäubert werden. Bakterielle Beläge und Speisereste können sonst zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führen, die sich schnell zur Parodontitis ausweiten kann.

Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Eine Entzündung der Zahnfleischoberfläche hatte wohl fast jeder schon einmal. Bereits im Jugendalter tritt diese Erkrankung auf. Symptome sind ein rötliches, geschwollenes Gewebe und regelmäßiges Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen. Ursachen sind meistens bakterieller Zahnbelag oder schlecht sitzende Zahnspangen. Risikofaktoren für das Auftreten von Zahnfleischentzündungen sind außerdem schwere Allgemeinerkrankungen wie Leukämien oder Diabetes mellitus. Eine besonders schwere Form ist dabei die „ANUG“ (akute nekrotisierende ulzeröse Gingivitis), die sich aus einer normalen Gingivitis heraus entwickeln kann. Charakteristisch sind hier Krankheitsschübe, in denen das Zahnfleisch zerstört wird. Durch das eiternde Gewebe entstehen starke Schmerzen am Zahnfleisch, weswegen manche Patienten sogar die Nahrungsaufnahme verweigern, was besonders gefährlich ist. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt durch eine vorsichtige Reinigung der betroffenen Stellen sowie das Einreiben mit einer entzündungshemmenden Salbe. Um Rückfälle zu vermeiden, ist eine professionelle Zahnreinigung mit abschließendem Zahnputz-Training sinnvoll. Bei der gefürchteten „ANUG“ kommen noch eine Desinfektion des Zahnfleisches mit Wasserstoffperoxid und eine Antibiotikabehandlung hinzu. Homöopathische Alternativen, jedoch nur für die leichtere Form der Gingivitis sind Salbei-Zahnfleischbalsam oder Tinkturen aus der Rhabarberwurzel.

Parodontitis

Im Gegensatz zur Gingivitis ist die Parodontitis im fortgeschrittenen Stadium nicht umkehrbar. Der Zahnhalteapparat wird nachhaltig zerstört. Die Ursachen liegen ebenfalls in einer bakteriell bedingten Entzündung. Wichtig ist dabei zu wissen, wie man eine Parodontitis von einer Parodontose unterscheidet. Dabei bedeutet die Endung „itis“ eine Entzündung, die Endung „ose“ den Gewebsschwund, der vom Knochen ausgeht. Für eine Parodontose muss außerdem keine Entzündung vorliegen. Eine Parodontitis kann unterschiedliche Ursachen haben. Entweder geht sie direkt vom marktoten Zahn aus oder die Ursache liegt am entzündeten Zahnfleischsaum. Den marktoten Zahn wird der Zahnarzt entweder mit einer Wurzelkanalbehandlung therapieren oder er führt eine Wurzelspitzenresektion durch. Letzter Ausweg ist eine komplette Entfernung des Zahns. Geht die Parodontitis vom Zahnfleischsaum aus, handelt es sich um eine sogenannte „marginale Parodontitis“. Die „marginale Parodontitis“ wird durch bakterielle Plaque ausgelöst. Im Gegensatz zur Zahnfleischentzündung findet dabei im fortgeschrittenen Stadium aber immer ein Knochenabbau statt. Eine Rolle bei diesem Vorgang spielen bakterielle Zerfallsprodukte, gegen die das Immunsystem ankämpft. Gewebe wird durch Enzyme zerstört, die vom eigenen Abwehrsystem gegen die Bakterien gebildet werden. Bindegewebe und Knochen werden zerstört, es kommt zur Bildung von Zahnfleischtaschen und der Lockerung sowie dem Verlust vom Zähnen. In der Mundhöhle kommen etwa 500 verschiedene Bakterienspezies vor. Sehr wenige Arten von Bakterien können jedoch eine Parodontitis auslösen. Die sogenannten „Hauptleitkeime“ bilden große Häufen (Cluster) und vergesellschaften sich typischerweise mit anderen Keimen. Dadurch werden große Komplexe, wie der so genannte „rote Komplex“ gebildet, bestehend aus Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythensis und Aggregatibacter actinomycetemcomitans. Diese Bakterien fühlen sich besonders in einem Milieu ohne Sauerstoff wohl. Sie sind obligat, beziehungsweise fakultativ anaerob. Die Krankheit verläuft chronisch und schubweise. Da für den Patienten keine Schmerzen zu spüren sind, fällt es vielen erst sehr spät auf, dass etwas nicht stimmt. Es ist zur chronischen Form der Parodontitis gekommen. Für den Laien gibt es folgende Anzeichen für eine Erkrankung: Zuerst scheint das Zahnfleisch entzündet und blutet beim Zähneputzen. Zusätzlich ist es gerötet und geschwollen. Darauf folgt zeitweise ein starker Mundgeruch und Eiterbildung am Zahnfleisch. Zuletzt scheinen die Zähne länger zu werden, weil das Gewebe zurückgeht und die Zähne lockern sich.

Risikofaktoren

Obwohl die Hauptursachen für eine Parodontitis bakteriell bedingt sind, gibt es Krankheiten und Lebensgewohnheiten, welche das Entstehen einer Parodontitis begünstigen. Hierzu zählt die genetische Veranlagung eines Menschen oder das Rauchen. Raucher haben übrigens ein vier- bis sechsfach höheres Risiko für die Entwicklung einer Parodontose, im Gegensatz zu Nichtrauchern. Eine weitere Rolle spielt die Stoffwechselkrankheit Diabetes, besonders dann, wenn der Blutzucker des Patienten schlecht eingestellt ist. Eine offene Zahnkaries kann Parodontitis ebenso begünstigen, wie ein Lebenspartner mit bereits bestehender Parodontitis. Schwangere Patientinnen sollten übrigens öfter zum Zahnarzt gehen, da sich während der Schwangerschaft das Bindegewebe auflockert und so Keime besser in die Tiefe eindringen können. Eine gute Mundhygiene und die Kontrolle durch den Zahnarzt spielen hier eine große Rolle zur Prävention von Parodontose, auch zugunsten des Neugeborenen. Erstens, weil eine Parodontitis während der Schwangerschaft öfter zu Frühgeburten führt und zweitens wegen einer Ansteckungsgefahr für den Säugling. Ein weiterer Risikofaktor ist übrigens auch die allgemeine Abwehrschwäche, welche durch HIV ausgelöst wird. Zuletzt spielt die Ernährung noch eine Rolle, allerdings nicht mehr so stark wie früher, als es noch die Mangelkrankheit Skorbut gab.

Behandlung

Ziel ist es, die Entzündung des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats in den Griff zu bekommen. Zahnstein und Plaque müssen entfernt und eventuell vorhandene systemische Krankheiten wie Diabetes gut eingestellt werden. Eine chronische Erkrankung wie die Parodontitis erfordert Maßnahmen, die in mehrere Phasen gegliedert sind. Phase eins: Der Arzt erstellt eine umfassende Diagnostik und bestimmt den Schweregrad der Erkrankung. Es werden das Gebiss, Taschenbildung und eine bereits beginnende Zahnlockerung beurteilt. Das Röntgenbild zeigt vorhandenen Knochenabbau. In besonders hartnäckigen Fällen ist eine mikrobiologische Untersuchung nötig. Manchmal erfolgt auch eine Überweisung zum Allgemeinmediziner, um systemische Erkrankungen wie Leukämie, HIV oder Diabetes auszuschließen. In der „Hygienephase“ folgen eine professionelle Zahnreinigung und ein Training, wie zu Hause die Zähne geputzt werden müssen. Bei Bedarf erneuert der Zahnarzt dann noch Füllungen oder er zieht kaputte Zähne. Dadurch werden alle Bakterienherde eliminiert. Vorhandene Zahnfleischtaschen werden gesäubert. Dies kann durch spezielle Handinstrumente geschehen (Küretten), oder durch eine Laser/Ultraschallbehandlung erfolgen. Sind die Taschen besonders tief, bleibt nur noch die chirurgische Eröffnung dieser Bereiche. Die Behandlung richtet sich auch nach dem Typ der parodontalen Besiedlung. Von insgesamt fünf verschiedenen Bakterienkombinationen können drei Besiedlungs-Typen durch eine Kürettage beseitigt werden. Bei zwei Formen der bakteriellen Besiedlung muss der Mediziner noch zusätzlich Antibiotika verabreichen.

Zahnfleisch-Ästhetik

Egal, ob das Zahnfleisch durch eine Parodontitis zurückgegangen ist oder von Natur aus nicht dem Idealbild entspricht, schönes Zahnfleisch kann jeder haben. Bei einer Parodontitis sollte die Entzündung selbstverständlich komplett ausgeheilt sein, bis der Eingriff vorgenommen werden darf. Die Operation der Wahl ist hier eine Schleimhauttransplantation. Gut dafür eignen sich kleine Stücke der Wangen- oder Gaumenschleimhaut. Diese Stücke werden mit einem extra dafür angefertigten Instrument, dem Mukotom entnommen und an der gewünschten Stelle platziert. Die Schleimhaut wächst meist schnell wieder an, egal ob sie festgeklebt oder vernäht wurde. Vor dem Eingriff wird der Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung empfehlen, damit das Ergebnis der Schleimhauttransplantation optimal ausfällt.

Schönes und gesundes Zahnfleisch – ein Leben lang

Da ein gesundes und rosiges Zahnfleisch aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen sehr wichtig ist, muss es jeder pflegen und damit gesund erhalten. Sehr wichtig bei der täglichen Zahnpflege sind auf jeden Fall auch die Zahnzwischenräume und schwer erreichbare Stellen. Raucher sollten sich dessen bewusst sein, dass sie ein höheres Risiko für Erkrankungen des gesamten Zahnhalteapparates tragen. Vielleicht ist diese Tatsache ja der Anstoß, mit dem gefährlichen Laster aufzuhören. Wer dauerhaft etwas für die Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch tun will, der kann sich alle sechs Monate eine professionelle Zahnreinigung leisten. Gesetzliche Krankenkassen zahlen die professionelle Zahnreinigung leider meistens nicht, Zusatzversicherungen jedoch schon. Tatsache ist, ein chronisch entzündetes Zahnfleisch mit der Bildung von tiefen Zahntaschen, der Rückgang von Knochen und somit ein Ausfall von Zähnen ist vermeidbar. Mit der richtigen Pflege und dem sorgsamen Umgang unseres Zahnfleisches.

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