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Zahnstocher

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ZahnstocherEin Zahnstocher ist ein relativ kleines, spitzes Werkzeug zur Entfernung von Speiseresten und Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume. Am bekanntesten und gebräuchlichsten sind heute Zahnstocher aus Holz, käuflich als dünne, etwa sechs Zentimeter lange Stäbchen, die an einem oder an beiden Enden angespitzt sind. Verkauft werden diese Zahnstocher in Mehrstückpackungen, da es sich um Wegwerfartikel handelt.

Geschichte des Zahnstochers

Zahnstocher gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach schon so lange, wie es Menschen gibt. Zwar existierten in vorgeschichtlicher Zeit keine Vorstellungen von Hygiene, die den unseren entsprechen, aber Speisereste, die zwischen den Zähnen stecken, erzeugten damals genau so unangenehme Gefühle wie heute und können, wenn sie nicht entfernt werden und sich in den Zahnzwischenräumen zersetzen, zu bösen, schmerzhaften Entzündungen des Zahnfleisches, Zahnfleischtaschen und natürlich zu Karies führen. Das wussten sicher auch unsere Vorfahren schon aus Erfahrung. Und allein schon das Gefühl, wenn etwas zwischen den Zähnen festsitzt, erfordert zwingend Abhilfe. Außerdem weiß man, dass Zahnstocher schon bei Schimpansen zu den etwa zwanzig Gegenständen gehören, die diese zielgerichtet anfertigen und verwenden.
Der Leser kann sich sicher vorstellen, dass Zahnstocher somit zu den ältesten Erfindungen der Welt gehören, die vielleicht sogar zu einer Zeit gemacht wurde, als die Menschwerdung gerade erst begonnen hatte.

Bestimmte Spuren und Schäden an Gebissfunden legen die Vermutung nahe, dass unsere fernen Vorfahren zunächst auch Gräser und Grashalme zur Zahnreinigung verwendet haben. Durch die Kieselsäure in Grashalmen entstehen, wie die Paläontologin Leslea Hlusko in einem Experiment nachweisen konnte, genau die Kerben im Zahnschmelz, die man auf Gebissfunden entdeckt und zuerst anderen Ursachen zugeschrieben hat.

Aber auch Stöckchen aus Holz, Sehnen, Walrosshaare, Federkiele und andere Materialien wurden zum Zweck der Zahnreinigung hergerichtet und gebraucht.

In späteren Zeiten wurden Zahnstocher aus Holz, Elfenbein, Knochen und Horn geschnitzt oder aus Metallen hergestellt. Ein Kosmetikset, das auf etwa 3500 vor Christus datiert und in der Nähe von Ur in einem Königsgrab gefunden wurde, enthält aus Gold gearbeitete, kleine Instrumente. Archäologen nehmen an, dass eines dieser Instrumente ein Zahnstocher ist.

Aus etwas späteren Epochen gibt es ähnliche Fundstücke, die belegen, dass im China und in Japan definitiv bereits in frühgeschichtlicher Zeit Zahnstocher in Gebrauch waren, gefertigt aus Gold, Silber, Bronze und Kupfer.

In der Antike waren Zahnstocher aus Holzspänen, aber auch aus Knochen oder Metall gebräuchlich.
Aufzeichnungen belegen den eifrigen Gebrauch von Zahnstochern, und außerdem konnte man anhand entsprechender Funde feststellen, dass Sets für den kosmetischen Gebrauch inzwischen gleich mehrere Zahnstocher unterschiedlicher Form aufwiesen, durch die so sicher gestellt war, dass auch die hinteren Zahnpartien erreicht und gesäubert werden konnten. Neben Zahnstochern gab es andere kleine Instrumente, die zur Ohrreinigung oder zur Bearbeitung der Fingernägel gedacht waren. Die Gerätschaften waren an einem Ring befestigt und in einem passenden Behälter untergebracht. So konnten sie bequem mitgeführt werden.

Im Mittelalter wurden Zahnstocher aus Gold und Silber gefertigt, verziert und sogar zum Erbgut der Besitzer gezählt. Ab dem siebzehnten Jahrhundert wurden Zahnstocher aus edlen Materialien als Schmuckgegenstände hergestellt und belegten den Luxus und den Wohlstand ihrer Träger.
Benimmregeln jener Zeit, zum Beispiel formuliert von Erasmus von Rotterdam, legten den Gebrauch von Zahnstochern nahe. Auch Freiherr von Knigge empfahl noch im 18. Jahrhundert den eifrigen Gebrauch von Zahnstochern zur Zahnreinigung. Und wie wir wissen, war Knigge lange Zeit ein Synonym für Etikette.

Heute wird von der Benutzung von Zahnstochern abgeraten; es werden nun Zahnseide sowie kleine Bürsten für die Zahnzwischenräume, Interdentalbürsten, empfohlen. Der Grund dafür ist die Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch und teilweise auch für den Zahnschmelz durch zu harte, scharfe Spitzen der Zahnstocher und beim Holz durch Splitter.

Das hat der Verbreitung und der allgemeinen Akzeptanz von Zahnstochern jedoch keinen Abbruch getan, sondern zu Zahnstochern geführt, die mit Zahnseide oder Bürstchen kombiniert sind.
Den ersten Rang haben aber immer noch die kleinen Stäbchen aus Holz. Empfehlenswert ist jedoch auf jeden Fall, darauf zu achten, dass die bevorzugten Zahnstocher weder zu spitz noch zu hart sind, damit bei der Verwendung das Zahnfleisch nicht verletzt und der Zahnschmelz nicht beschädigt wird.

Materialien und Zahnstocher heute

Bis zum Beginn der industriellen Herstellung waren Zahnstocher zum Teil sehr fein gearbeitete, kostbare Gegenstände aus geeigneten Naturmaterialien, wie Holz, Horn, Elfenbein, Federkielen und edlen Metallen, wie Silber, Gold, Kupfer und Bronze. Es waren per Hand hergestellte feine Kunstwerke und Schmuckstücke, die die Besitzer in einem passenden Behälter durchaus an einer Kette um den Hals trugen. Und bis 1970 gab es noch die handgeschnitzten portugiesischen Palitos de Coimbra, etwa 25cm lange Zahnstocher, die sich in einigen Ländern großer Beliebtheit erfreuten.

Heute verwendet man Holz, Kunststoff, Kunsthorn, Silber oder andere Metalle. Handgefertigte Zahnstocher sind jedoch inzwischen nicht mehr üblich, auch wenn es sie in Einzelfällen noch geben mag.

Der Siegeszug des industriell gefertigten Zahnstochers begann in Boston, wo Charles Forster, der während einer Reise in Portugal die mühsame Handarbeit an den bis dato beliebten und bekannten Zahnstochern aus Orangenholz beobachtet hatte, seine Idee eines industriell gefertigten Zahnstochers zum Patent anmeldete und dann sehr geschäftstüchtig in Boston und Umgebung dafür sorgte, dass eine durch ihn selbst inszenierte Nachfrage für die Produkte aus seiner Fabrik entstand.
Bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts hatten die Forster-Zahnstocher einen Anteil von fünfzig Prozent am Weltmarkt. Erst als das Patent auslief, kam Konkurrenz auf, aber nochmals gelang es, das Monopol zu sichern, indem jetzt runde statt eckiger Zahnstocher angemeldet, patentiert und hergestellt wurden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs produzierte die amerikanische Zahnstocherindustrie 75 Milliarden Stück pro Jahr. Heute sind es nur noch knapp ein Zehntel dieser gewaltigen Anzahl und Charles Forsters Fabrik gibt es inzwischen nicht mehr.

Ein Blick ins Internet zeigt jedoch, dass es, trotz zahnärztlicher Bedenken immer noch ein reichhaltiges Angebot dieser nützlichen Helfer gibt, denn es ist den Nutzern auch heute noch ein Bedürfnis, ihre Zähne nach dem Essen von Speiseresten befreien zu können, und das Mitführen und das Benutzen eines so kleinen Hilfsmittels, wie es ein Zahnstocher ist, ist sofort nach der Mahlzeit möglich und wenig aufwendig.

Die Herstellung von Zahnstochern aus Holz oder Kunststoff ist zudem so günstig geworden, dass ein jeder sich diesen kleinen Luxus leisten kann. Sie sind längst Alltagsartikel geworden. Zur einmaligen Nutzung gibt es die einfachen und allseits bekannten Zahnstocher aus Holz, die nach wie vor die beliebtesten Modelle sind. Holzzahnstocher sind günstig in der Herstellung und elastisch beziehungsweise weich genug, um bei sachgemäßem Gebrauch keine Schäden an Zahnschmelz oder Zahnfleisch zu verursachen. Außerdem kann man das Holz gut mit Geschmacksstoffen oder Fluor zum Schutz der Zähne versehen. Manche Zahnstocher sind mit Gumminoppen zur Massage des Zahnfleisches ausgestattet. Es gibt Modelle aus Kunststoff, oft kombiniert mit einem kleinen Bogen oder konstruiert als Dreieck, in den Zahnseide eingespannt ist. Einige Modelle sind mit einer kleinen Bürste für die Zahnzwischenräume, der Interdentalbürste, bestückt. Es sind Zahnstocher mit Fähnchen zu haben und es gibt sogar biologisch abbaubare Zahnstocher, die aus Maismehl hergestellt werden.

In der Gastronomie und auch zuhause bieten sich Zahnstocher im Spender an, denn so können Gäste sich bedienen und ihre Zähne von Speiseresten befreien. Für den eigenen Bedarf lohnt sich vielleicht, einen ansprechenden Behälter zu kaufen, damit die Zahnstocher hygienisch transportiert werden können. Auch hier gibt es ein reichhaltiges Angebot, von schlicht bis reich verziert, aus unterschiedlichen Materialien und für jeden Geldbeutel passend.

Und es gibt Zahnstocher aus Metall, Kunsthorn oder Silber, die mehrfach zu verwenden sind. Diese Exemplare sind etwas teurer als die Zahnstocher aus Holz und Plastik, aber sie sind auch leicht zu reinigen und können ihren Zweck über einen längeren Zeitraum erfüllen.

Benutzung von Zahnstochern im Alltag

Der Knigge empfahl schon früh die Nutzung eines Zahnstochers und zwei Jahrhunderte zuvor bezeichnete auch Erasmus von Rotterdam die Nutzung von Zahnstochern als etwas, das zu den „feinen Manieren des Knaben“ gehörte. Edelleute trugen kostbare Zahnstocher samt Behälter aus Gold, Silber oder Metall öffentlich an einer Halskette und dokumentierten unter anderem auf diese Art ihren Wohlstand.

Zu anderen Zeiten wieder war es verpönt, das Instrument offen zu nutzen. Auch ist es von Kulturkreis zu Kulturkreis unterschiedlich, welche Handlungen der Körperpflege zur Intimsphäre gehören oder aber öffentlich ausgeführt werden dürfen.

Andererseits ist es unappetitlich, wenn das Gebiss durch Speisereste zwischen den Zähnen verunreinigt ist, und nicht überall und immer gibt es die Möglichkeit, sich die Zähne zu putzen. Also ist die Verwendung von Zahnstochern immer noch angeraten. Lange war es üblich, den Zahnstocher hinter vorgehaltener Hand so diskret wie möglich zu benutzen. Heute soll das Werkzeug bei Tisch gar nicht mehr verwendet werden, weil dies dem ästhetischen Empfinden der anderen Anwesenden möglicherweise zuwiderläuft. Bei Bedarf können die Zähne in den Waschräumen der Gaststätten und der sonstigen öffentlichen Räume und Orte sowie in den Waschräumen, die den Büros und Arbeitsstätten zugeordnet sind, gesäubert werden. Bei privaten Einladungen und Besuchen geht der Gast kurz ins Bad.

Zusammenfassung

Auf jeden Fall beugt die regelmäßige und rechtzeitige Entfernung von Speiseresten aus den Zahnzwischenräumen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vor. Zahnstocher sind in der Hauptsache dazu gedacht, die Zahnzwischenräume von Fleischfasern und Speiseresten zu befreien. Aber: Die Nutzung von Zahnhölzern sollte auf jeden Fall diskret und vorsichtig erfolgen. Die Benutzung eines Zahnstochers am Tisch kommt nach heutigem Empfinden einer Belästigung der anderen Gäste gleich, und Bohren und Stochern an Zähnen und Zahnfleisch sollten im eigenen Interesse unbedingt vermieden werden.

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