Was ist Zahnbleaching?

Was ist Zahnbleaching?Im 11. Jahrhundert gehörte es bei den Damen der japanischen Oberschicht zum Schönheitsideal, sich die Zähne zu schwärzen. Dieser Brauch wurde ohaguro genannt. Die Mixtur, die zum Schwärzen verwendet wurde, bestand aus Eisennägeln oder Eisenspänen, die in Tee oder Reiswein gelegt wurden. In der Flüssigkeit oxidierte das Eisen zu einer schwarzen Tunke. Mit einem Pinsel und unter zu Hilfenahme von Haftpulver bemalten die Damen die Zähne mit dem Färbemittel. Schwarze Zähne hatten auf die japanischen Männer eine erotische Ausstrahlung. Ein Nebeneffekt der Prozedur war, dass die Frauen damit gegen möglichen Eisenmangel angingen, der besonders während einer Schwangerschaft nicht auszuschließen war. Ab dem 12. Jahrhundert eiferten die Herren den Damen nach und färbten sich ebenfalls die Zähne schwarz ein. Auch die Bürger übernahmen nun diese Sitte. Geschwärzte Zähne bei Frauen dienten bald zur Unterscheidung, ob die Dame noch ledig oder schon verlobt oder gar verheiratet war. Witwen signalisierten mit schwarzen Zähnen, dass sie nicht beabsichtigten, sich wieder zu verehelichen. Im 18. Jahrhundert galt es als barbarisch, sich die Zähne zu schwärzen. Die damalige Meiji-Regierung verbot schließlich 1871 den Brauch.

Gesund und strahlend weiße Zähne

Im Land der untergehenden Sonne legen heute viele Menschen Wert auf ein makelloses Lächeln. Die Zähne sollen nicht nur gesund sein, sondern auch strahlend weiß. Wer mit blendend weißen Zähnen durchs Leben geht, verspricht sich Anerkennung im Beruf und im privaten Bereich. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es die Möglichkeit des Zahnbleachings. Bei Bleaching handelt es sich um den englischen Begriff für Bleichen. Die Zähne werden also gebleicht, damit sie hinterher wieder so aussehen, wie einst die Milchzähne in der Zeit im Kindergarten. Zahnbleaching ist ein chemischer Prozess. Dabei wird Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid eingesetzt. Letzteres wird aus Wasserstoffperoxid und Harnstoff hergestellt. Beide Peroxide lösen den gleichen Vorgang aus, der vergleichbar ist mit dem Bleichen der Haare, nur das hierbei die Verfärbungen aufgelöst und die Zähne aufgehellt werden.

Zahnfarbe – von natürlich bis strahlend weiss

Der Regenbogen hat sieben Farben. Bei den menschlichen Zähnen verhält es sich anders. Jedes Gebiss weist gewisse Farbschattierungen auf. Absolut weiße Zähne gibt es von Natur aus nur in seltenen Ausnahmen. Zähne haben einen Farbton, wobei der dunklere Teil am deutlichsten am Zahnhals zu erkennen ist. Die Zahnärzte unterscheiden zwischen drei Grundfarbtönen. Im Einzelnen sind das die Farben Braun, Gelb und Grau. Wobei kein Gebiss einen durchgehenden Farbton aufweist. So ist beispielsweise bei Eckzähnen oft eine eher gelbliche Einfärbung zu erkennen. Ein strahlendes Weiß kann also unter Umständen auch unnatürlich wirken und zu der Annahme verleiten, es gehöre zu einem Gebissträger. Deshalb ist zu überlegen, ob schon bei geringfügigen Farbunterschieden ein Zahnbleaching nötig ist. Hier muss jeder für sich selbst die Grenze erkennen. Sind die Zähne stark gelblich, braun oder dunkelgrau verfärbt, dann ist das Aufhellen der Zähne sicher die bessere Alternative, auch wenn im Anschluss das neue Weiß der Zähne als unnatürlich kommentiert wird.

Was ist Wasserstoffperoxid?

Wasserstoffperoxid und Carbamidperoxid sind bewährte chemische Mittel, die in verdünnter Form zu kosmetischen Zwecken verwendet werden. In vielen Zahnpasten und Mundspülungen ist in geringer Menge Wasserstoffperoxid enthalten. Es dient der Desinfektion, beugt Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vor. Wird eine große Menge einer wasserstoffhaltigen Lösung verschluckt, kann das zum Tod führen. Zahnpasten und Mundspülungen haben in der Regel einen Anteil von 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid. Deshalb kann es nur in Ausnahmenfällen zu Reizungen des Rachenraums kommen. Innerhalb der Europäischen Union dürfen nur Zahnpflegemittel verkauft werden, die den Anteil von 0,1 Prozent nicht überschreiten. Zahnpasten mit diesem Anteil an Wasserstoffperoxid können bedenkenlos verwendet werden. Allerdings ist wegen des geringen Wasserstoffperoxidgehalts kaum mit der gewünschten Aufhellung der Zähne zu rechnen. Bestenfalls lässt sich damit Zahnbelag im Anfangsstadium entfernen. Wasserstoffperoxid in Zahnpflegemitteln wird durch den Speichel relativ rasch abgebaut. Trotzdem raten Zahnmediziner ihren Patienten, Zahnpasten mit der wasserstoffhaltigen Lösung maximal über einen Zeitraum von sechs Monaten zu benutzen. Mundspülungen dürfen 24 Monate verwendet werden. Wasserstoffperoxid wird inzwischen nach und nach von dem effektiveren Carbamidperoxid abgelöst.

Welche Funktion hat Wasserstoffperoxid beim Zahnbleaching?

Je höher der Anteil von Wasserstoffperoxid im Aufhellungsgel ist, desto bemerkenswerter ist der Aufhellungserfolg. Während der Behandlung wird die Konzentration des Wasserstoffperoxids auf dem Zahnfleisch schnell abgebaut und wirkt nur auf den Zähnen. Das Wasserstoffperoxid durchdringt zunächst den Zahnschmelz und gelangt so in das Zahnbein und das Zahnmark, das auch als Zahnpulpa bezeichnet wird. Bei diesem Prozess werden die Farbmoleküle gespalten und aus dem Zahnschmelz herausgelöst. In wenigen Fällen verursacht das Gel Entzündungen der Zahnpulpa. Das geschieht allerdings nur bei vorgeschädigten Zähnen. Wasserstoffperoxid greift Porzellan, Keramik und Gold nicht an. Auf Kunststofffüllungen, Amalgam und Zahnzemente kann es geringfügig Einfluss nehmen.

Ursachen für Verfärbungen der Zähne

Auch die Zähne sind einem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt. Im Laufe der Jahre wird der Zahnschmelz dünner und die Zähne nehmen allmählich eine dunklere Färbung an, die immer mehr Menschen als störend und unästhetisch empfinden. Verfärbte Zähne gelten in unserer Gesellschaft zunehmend als Synonym für ein ungepflegtes Äußeres. Für Nikotin, Kaffee, Tee und Rotwein ist der Zahnschmelz eine Art Depot, in dem sich die Farbpigmente der Genussmittel sammeln. Dadurch entsteht letztendlich die Verfärbung der Zähne. Regelmäßige Zahnpflege, ob mit einer Handbürste oder einem elektrischen Gerät, richten auf Dauer nichts gegen dunkler werdende Zähne aus. Auch die zahlreichen Zahnpasten auf dem Markt, die weiße Zähne versprechen, können den Verfärbungsprozess nicht aufhalten, denn mit einer Zahnpasta wird nur die Zahnoberfläche gereinigt.

Neben der natürlichen Alterung der Zähne in Verbindung mit den genannten Genussmitteln gibt es noch andere Ursachen, die zu einer unansehnlichen Verfärbung der Zähne führen können. Auch ein kranker, kariöser Zahn kann sein Aussehen verändern. Ebenso ist eine Zahnverfärbung nach einer Wurzelbehandlung möglich. Dabei handelt es sich nicht um Farbveränderungen, die durch Ablagerungen von außen entstehen wie beispielsweise bei Nikotin oder Koffein. Die Verfärbungen finden im inneren des Zahnes statt. Das gilt auch bei der Einnahme bestimmter Arzneien, die ebenfalls Farbveränderungen zur Folge haben können. Beispiele dafür sind Appetitzügler, Entwässerungstabletten, Psychopharmaka oder Tetracyclin, das als Antibiotikum erhältlich ist. Verfärbungen, die im Inneren des Zahns entstehen, lassen sich auch nicht mit einer speziellen Zahnpasta oder durch eine ausgiebige Politur entfernen. Nur ein Zahnbleaching kann hier helfen. Anders stellt es sich bei Lebensmitteln dar, die das Gebiss verfärben. Beerenfrüchte und Kirschen enthalten Farbstoffe, die sich auf dem Zahnschmelz ablegen. Denselben Effekt haben Balsamico, Curry und Sojasoße. Was ist im ersten Augenblick vielleicht abstoßend aussieht, lässt sich leicht mit einem Schluck Wasser lösen.

Bei Rauchern sind es die Teerstoffe, die im Tabak enthalten sind. Beim Rauchen lagern sich diese Stoffe auf den Zähnen ab und verfärben sie dunkel. Der Zahnarzt kann diese Verfärbungen mit Hilfe von Ultraschall und der Polierbürste entfernen.

Passionierte Teetrinker wissen, dass schon beim Trinken ein bräunlicher Belag an der Tasse haften bleibt. Das lässt sich auch bei grünem Tee feststellen. Ebenso wie an der Tasse, setzen die Rückstände sich am Zahnschmelz fest und verändern allmählich das Aussehen der Zähne. Ein ähnliches Phänomen ist bei Kaffee- und Rotweinkonsumenten zu beobachten. Mangelernährung kann ebenfalls zu Verfärbungen der Zähne führen. Bei der Aufnahme von säurehaltigen Lebensmitteln wie Saft oder Nektar von Ananas oder Orangen dürfen die Zähne nicht unmittelbar danach geputzt werden, denn es könnte die Fruchtsäure in Zahn und Zahnfleisch einmassiert werden. Es wird empfohlen, vor der Zahnreinigung den Mund mit Wasser auszuspülen. Gerade weil Zahnverfärbungen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können, ist es wichtig, vor einem Zahnbleaching einen Zahnarzt zu konsultieren.

Ursprüngliche Zahnfarbe zurück erhalten

Bleaching ist eine kosmetische Anwendung, die auf schonende Weise den Zähnen ihre ursprüngliche Farbe zurückgibt. Die angesammelten Farbpigmente werden behutsam aus dem Zahnschmelz gelöst. Der Bleichprozess entfärbt die Zähne Zug um Zug, ohne dass dabei der Zahnschmelz und das Dentin, auch Zahnbein genannt, angegriffen werden. Der Wunsch nach weißen Zähnen ist keine Modeerscheinung. Auch in der Vergangenheit war es besonders unter wohlhabenden Menschen verbreitet, verfärbte Zähne aufzuhellen. Bei der Wahl der Mittel vertraute man dabei auf Hausrezepte wie Zitronensaft, Backpulver, Salz, Eigenurin oder chemische Bleichstoffe, die entweder wirkungslos waren oder zu schweren Schädigungen der Zähne führten. Heute gibt es Verfahren, die seit Jahren erprobt sind und ohne schädliche Nebenwirkungen zum gewünschten Erfolg führen.

Home-Bleaching oder Zahnbleaching beim Zahnarzt?

In Apotheken und Drogerien werden eine Vielzahl von Präparaten angeboten, die dem Anwender schon in kurzer Zeit strahlend weiße Zähne versprechen. Davon abgesehen, dass diese Versprechungen selten mit der Realität übereinstimmen, besteht auch die Gefahr, zu einem Mittel zu greifen, das Zahnschäden verursachen kann. Wer sich für ein Zahnbleaching entscheidet, sollte daher den Zahnarzt seines Vertrauens konsultieren. Der Zahnarzt stellt zunächst einmal fest, ob es sich tatsächlich um Zahnverfärbungen handelt, die durch Bleichen entfernt werden können. In manchen Fällen ist Zahnbelag für das veränderte Aussehen verantwortlich. Der Unterschied zwischen Belägen und Verfärbungen besteht darin, dass Zahnbeläge in der Regel durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden können. Bei Verfärbungen bleibt eine Reinigung ohne sichtbare Wirkung, da die Farbstoffe nicht erreicht werden können. Die Ablagerungen befinden sich unterhalb der Zahnoberfläche. Sie sind in Dentin und Zahnschmelz eingelagert und für keine Bürste erreichbar. Trotzdem ist vor einem Zahnbleaching eine professionelle Zahnreinigung anzuwenden. Nur so kann der Zahnarzt die ursprüngliche Zahnfarbe eruieren. Er erhält dadurch die Möglichkeit, das Zahnbleaching so abzustimmen, dass es optimal auf die Verfärbungen einwirken kann. Ebenso wichtig ist es, vor einer Zahnaufhellung die Zähne auf Karies und Schäden am Zahnfleisch zu untersuchen.

Eine Zahnaufhellung ist schmerzfrei, egal ob sie zu Hause oder in der Zahnarztpraxis durchgeführt wird. Angstpatienten haben also nichts zu befürchten. Eine Anästhesie ist nicht erforderlich. Nur bei einer Zahnaufhellung im inneren des Zahns erfolgt eine lokale Betäubung. Bevor der Zahnarzt mit der Behandlung beginnt, führt er mit dem Patienten ein Beratungsgespräch. Wer gerade an einer Viruserkrankung in Mund oder Hals leidet, darf das dem Arzt nicht verschweigen, denn dann kann das Zahnbleaching nicht durchgeführt werden. Der Zahnarzt sollte auch wissen, ob die Zähne schon einmal aufgehellt wurden, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Der Zahnarzt untersucht die Zähne und begutachtet die vorhandenen Verfärbungen. Anhand einer Farbskala hat der Patient die Möglichkeit, seinen individuellen Farbton zu wählen. Dabei sollte man seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben und realistisch bleiben. Die Aufhellung kann die Farbe der Zähne um mehrere Nuancen verändern. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Aufhellung nicht ganz den gewünschten Effekt bringt.

Zahnbleaching Methoden

Für ein erfolgreiches und dauerhaftes Zahnbleaching bieten sich verschiedene Methoden an. Letztendlich obliegt es dem Zahnarzt, über die individuelle Behandlungsweise zu entscheiden. Allgemein werden Präparate angewendet, die aus Wasserstoffperoxid bestehen. Dieses H202 ist beispielsweise in Carbamidperoxid enthalten. Beim Zahnbleaching wird die Substanz auf den verfärbten Zahn aufgetragen. Das Wasserstoffperoxid dringt in den Zahn ein und spaltet die Sauerstoffradikale ab. Dieser Vorgang bewirkt, dass die Sauerstoffradikale im Zahn eine chemische Veränderung herbeiführen, die wiederum gegen die Verfärbungen arbeitet. Wichtige Voraussetzung für alle Methoden der Zahnaufhellung ist, dass Mittel mit pH-neutralen Werten benutzt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, werden die Zähne bei der Behandlung aufgeraut. Das schadet dem Zahnschmelz. Außerdem verfärben sich die Zähne in relativ kurzer Zeit erneut. Zahnaufhellungsmittel ohne pH-neutralen Wert schaden also im doppelten Sinne.

Home-Bleaching

Eine Methode der Zahnaufhellung ist das sogenannte Home-Bleaching. Dabei kommt eine Zahnschiene zum Einsatz, die vom Zahnarzt individuell für den Patienten angepasst und im Zahnlabor gefertigt wird. Zunächst werden die Zähne abgeformt. Aus der Abformung entsteht ein Zahnmodell, das von einem Zahntechniker in eine Schiene aus Kunststoff gezogen wird, die exakt die Zähne überdeckt. Die Zahnschiene wird vom Zahnarzt mit einem Gel gefüllt. Dieses Gel dient zur Aufhellung der Zähne und enthält, je nach dem Verfärbungsgrad der Zähne, 10 bis 20 Prozent Peroxid. Von der Konzentration der Verfärbung hängt es auch ab, wie lange der Patient die Zahnschiene tragen muss. Der Zahnarzt entscheidet darüber. Der zeitliche Rahmen beginnt bei einer Stunde Tragezeit, kann aber auch bis zu acht Stunden dauern. Auch die Häufigkeit der Behandlung wird durch die Art der Zahnverfärbungen bestimmt. Handelt es sich um altersbedingte Verfärbungen, werden in der Regel maximal sieben Behandlungen veranschlagt. Umso ausgeprägter die Verfärbungen sind, umso länger dauert die Anwendung. Aber nach 15 Anwendungen sind in den meisten Fällen auch die hartnäckigsten Zahnverfärbungen beseitigt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Patient eigenverantwortlich entscheidet, wann er die Schiene mit dem Gel trägt.

Power Bleaching

Power Bleaching ist auch unter der Bezeichnung In-Office-Bleaching bekannt. Wie der Begriff „Power“ schon impliziert, kommen bei dieser Methode Präparate zum Einsatz, die eine höhere Konzentration aufweisen als beim Home-Bleaching. Bei dieser Methode des Zahnbleachings wird die Aufhellungssubstanz direkt auf die Zähne gestrichen, die aufgehellt werden sollen. Das Zahnfleisch wird dabei mit einem Überzug, dem sogenannten Kofferdarm geschützt, der aus einem gummiähnlichen Material besteht. Der Schutz kann auch mit dem Gingiva Protector erfolgen, der auf Kompositbasis hergestellt wird und eine besondere Fließfähigkeit besitzt. Power Bleaching wird von Zahnarzt vorgenommen. Bei besonders intensiven Verfärbungen wird zusätzlich mit Bleaching Lampen gearbeitet. Diese Lampen strahlen ein kurzwelliges, blaues Licht oder UV-Strahlen aus und verstärken die Wirkung des Bleaching-Gels. Die Anwendung dauert circa 15 bis 45 Minuten. Bei Bedarf kann die Anwendung wiederholt werden. Wird beim Patienten zum ersten Mal eine Zahnaufhellung durchgeführt, reicht in den meisten Fällen eine einmalige Behandlung nicht aus. Erst nach dem zweiten Zahnbleaching ist mit einem dauerhaften Erfolg zu rechnen. Wobei die Dauerhaftigkeit im Durchschnitt bei einem Jahr liegt. Das Bleichverfahren mit speziellen Lampen wird zum Teil auch skeptisch beurteilt, da die Einstrahlung zu einer Erhitzung der Zähne führt. Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob bei dieser Anwendung eventuell der Zahnnerv geschädigt werden kann. Eine moderne Alternative zum UV-Licht sind Laser. Sobald der Zahnarzt alle Zähne mit dem Zahngel bestrichen hat, werden sie mit dem Laser bestrahlt. Bei dieser Methode dauert die Behandlung nur wenige Minuten. Nach etwa vierzehn Tagen ist eine Wiederholung erforderlich. Zu den neuen Verfahren zählt auch das Full-Mouth-Bleaching. Hierbei wird mit einem Gel gearbeitet, das einen Wasserstoffperoxidanteil von 15 Prozent besitzt. Das Gel wird wie üblich auf die Zähne aufgetragen und im Anschluss durch ein kaltes LED-Licht aktiviert. Zähne und Zahnfleisch werden durch das Licht nicht erwärmt. Temporäre Schmerzempfindlichkeiten der Zähne werden dadurch vermieden. Die schonende Aufhellung erzielt die gleichen Resultate wie die anderen genannten Methoden.

Walking-Bleach Technik

Auch ein einzelner, bereits abgestorbener Zahn mit einer Krone kann mit der Walking-Bleach-Technik wieder aufgehellt werden. Der Zahn erhält dabei eine Einlage. Zuvor muss die Krone vom Zahnarzt geöffnet werden. In die Höhle, die bereits bei der Wurzelbehandlung gebohrt wurde und in der sich das Zahnmark befand, wird anschließend das Aufhellungsmittel gefüllt. Nach der Prozedur wird der Zahn verschlossen. Der Zahnaufheller bleibt einige Tage in der Zahnhöhle. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, endet das Provisorium und die Krone wird wieder auf Dauer versiegelt. Beim Walking-Bleaching geschieht die Zahnaufhellung mit einer zeitlichen Verzögerung, denn das Peroxid muss sich langsam von der Zahnhöhle durch den Zahnschmelz arbeiten. Unter Umständen muss die Behandlung wiederholt werden, bis der Zahn in der gewünschten Farbe erscheint. Deshalb unterlassen es Zahnärzte, die Krone vorschnell zu verschließen. Die Zahnkronen selbst sowie Brücken und Füllungen verändern ihr Aussehen auch nach einem Zahnbleaching nicht. Damit keine Farbunterschiede zwischen dem Zahnersatz und den natürlichen Zähnen zu erkennen sind, ist im Einzelfall nicht auszuschließen, dass Brücken und Kronen erneuert werden müssen, um sie farblich anzugleichen. Dabei ist zu bedenken, dass der Austausch hohe Kosten verursacht.

Welche Zahnbleaching-Methode ist die passende?

Welche der 3 Bleaching-Methoden angemessen ist, entscheidet der Zahnarzt anhand des individuellen Zustands der Zähne. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht, da jede Methode für ein bestimmtes Konzept steht. Das Home-Bleaching wird dann in Anspruch genommen, wenn das Gebiss insgesamt einer Aufhellung bedarf. Wer weniger Zeit für das Zahnbleaching investieren will, erzielt die besten Erfolge mit dem Power-Bleaching. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass die Zähne, die von Verfärbungen befreit werden sollen, gesund und vital sind.

Besonders gute Ergebnisse werden durch eine Kombination des Zahnbleachings in der Zahnarztpraxis und das Home-Bleaching erzielt. Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, sollte das Bleaching keinesfalls länger als vier Wochen dauern.

Nach einem erfolgreichen Zahnbleaching hängt es von jedem persönlich ab, wie lange die Zähne strahlend weiß bleiben. Wer weiterhin raucht, Kaffee oder Tee trinkt und dabei die Mundhygiene vernachlässigt, muss damit rechnen, dass bald wieder die ersten Verfärbungen zu sehen sind. Aber man kann davon ausgehen, dass die Zahnaufhellung einige Jahre hält. Eine regelmäßige Zahnreinigung, ausgeführt von einem Zahnarzt, verhindert ein rasches Nachdunkeln der Zähne. Zwischendurch empfiehlt sich eine Nachbehandlung. Da die Zähne schon vorgebleicht sind, kann die Auffrischung mit einer geringeren Menge Peroxid durchgeführt werden und ist somit schonender als eine Erstbehandlung. Verfärbungen, die durch Nikotin oder Lebensmittel entstanden sind, können in der Regel auch mit einer Zahnreinigung durch den Zahnarzt beseitigt werden. Sind die Zähne aus anderen Gründen dunkler geworden, hilft nur ein professionelles Zahnbleaching. Um das Ziel der Aufhellung nicht zu gefährden, dürfen in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung beim Zahnarzt keine Lebensmittel gegessen oder getrunken werden, die Farbpigmente hinterlassen könnten. Rotwein, Kaffee und Tee sind während dieser Phase absolut tabu. Auch die Säure von Orangensaft kann im Zahngewebe Mineralien freisetzen, die erneut die behandelten Zähne verfärben. Wer sich für das Home-Bleaching entschieden hat, sollte sich während des gesamten Behandlungszeitraums an diese Vorgaben halten.

Zahnbleaching und Nebenwirkungen

Beim Zahnbleaching sind Nebenwirkungen nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen. Auch bei einem behutsamen Vorgehen ist mit einer schmerzhaften Reaktion der Zähne zu rechnen. Zähne, die gerade mit einem Bleichmittel behandelt worden sind, reagieren erfahrungsgemäß empfindlich, wenn sie in Kontakt mit Süßigkeiten oder Saurem kommen. Auch kalte und heiße Getränke lösen kurz nach einem Bleaching Schmerzen aus. Wenige Tage nach der Behandlung klingt die Schmerzempfindlichkeit ab und lässt bald vollends nach. Beim Zahnbleaching wird schätzungsweise ein Viertel des Bleachinggels vom Patienten verschluckt. Dadurch kann es zu Reizungen im Rachen und im Magen- und Darmbereich kommen. In der Regel passiert das aber nur bei Selbstanwendern, die auch dazu neigen, eine höhere Dosis Gel zu verwenden als erforderlich. Wer sich in die Obhut eines Zahnarztes begibt, kann davon ausgehen, dass die Dosierung stimmt. Außerdem saugt der Zahnarzt während der Behandlung kontinuierlich überschüssiges Gel ab, so dass ein Verschlucken vermieden wird.

Eine weitere Nebenwirkung sind die weißen Flecken, die sich nach der Behandlung auf den Zähnen zeigen. Diese Abweichung entsteht, weil den Zähnen bei der Aufhellung Mineralien entzogen werden. Die Demineralisierung führt zu den Flecken, die aber nur temporär sichtbar sind. Sobald die Zähne remineralisiert sind, was vom Zahnarzt mit einem speziellen Gel unterstützt wird, verschwinden auch die weißen Flecken wieder.

Karies nach Zahnbleaching?

Werden die Zähne nach einer Zahnaufhellung anfälliger für Karies? In den letzten Jahren sind zahlreiche Studien erschienen, die das verneinen. Wie bereits erwähnt wurde, ist von Mitteln abzuraten, die einen niedrigen pH-Wert aufweisen. Diese „sauren“ Zahnaufhellungssubstanzen rauen die Zähne auf und machen sie kariesanfälliger. Wird ein pH-neutrales Mittel verwendet, besteht diese Gefahr nach dem heutigen Kenntnisstand nicht. Mittlerweile sind Präparate auf dem Markt, die neben Peroxid auch Fluorid und Kaliumnitrat enthalten. Zahnaufhellung in Verbindung mit diesen bewährten Mitteln, so haben Studien ergeben, mindert sogar das Risiko, dass die Zähne an Karies erkranken. Andererseits besagt eine Studie der Ohio State University, dass der Zahnschmelz bei einer Behandlung mit Bleachinggel weicher wird. Wer nach der Behandlung Schmerzen verspürt, sollte umgehend seinen Zahnarzt aufsuchen. Mit dem Auftragen einer Fluorpaste kann er in den meisten Fällen Abhilfe schaffen. Ein Zahnbleaching, das komplett risikofrei ist, gibt es leider noch nicht. Dem steht dagegen, dass allein in Deutschland täglich Tausende von Patienten dieser Behandlung unterziehen und nur wenige von Nebenwirkungen betroffen sind.

Zahnbleaching ohne Peroxid

Eine Alternative zur Verwendung von Gels mit unterschiedlichem Wasserstoffperoxidgehalt bietet die sogenannte Reduktionsbleiche. Bei dieser Methode kommen Schwefelverbindungen zum Einsatz. Sie entziehen den Zahnverfärbungen den Sauerstoff und verhelfen somit zu schöneren Zähnen. Allerdings ist der Erfolg nur von kurzer Dauer, denn es gelangt ja bald wieder Sauerstoff an die Zähne. Somit entstehen rasch neue Verfärbungen.

Zahnbleaching beim Zahnarzt

Eigenbehandlungen mit Präparaten aus Apotheke oder Drogerie sind nicht ohne Risiko. Selbst wenn die Mittel nicht so intensiv wirken, wie die Werbung es verspricht, besteht doch die Gefahr einer Fehlbehandlung. Nur ein Zahnarzt kann erkennen, welche Vorbehandlungen vor einem Bleaching durchgeführt werden müssen. Vielleicht sind kariöse Zähne zu reparieren. Oder es steht vor der Zahnaufhellung eine Wurzelkanalbehandlung an. Eventualitäten, die nur von einem Zahnarzt erkannt und behandelt werden können. Vor der Behandlung wird der Zahnarzt klären, ob Zahnhälse freiliegen. Sollte dies der Fall sein, ist von einem Bleaching abzuraten, da die Behandlung starke Schmerzen verursachen kann. Ebenso verhält es sich, wenn bereits das dunkle Zahnbein zu sehen ist, weil der Zahnschmelz dünner geworden ist.

Mittlerweile sind auch zahlreiche Bleaching-Center entstanden. Hier bieten Dentalkosmetiker ihre Dienste an, die allerdings nicht die Qualifikation eines Zahnmediziners besitzen. Die EU-Kommission hat daher dem Europäischen Agrar- und Fischereiministerrat vorgeschlagen, dass zukünftig eine Erstbehandlung mit Zahnbleichmitteln nur von einem Zahnarzt durchgeführt werden darf. Der Vorschlag wurde am 20. September 2011 angenommen. Ab dem 30.10.2012 ist diese Verordnung auch in Deutschland nationales Recht. Zahnaufheller, die einen Wasserstoffperoxidanteil von 0,1 bis sechs Prozent haben, dürfen demnach nur von Zahnärzten im Sinne der EU-Berufsrichtlinien verwendet werden. Oder die Anwendung muss unter direkter Aufsicht eines Zahnmediziners erfolgen. Die Abgabe freiverkäuflicher Zahnaufheller an Minderjährige ist nach den neuen Kosmetikrichtlinien verboten. Allgemein sind ab dem 30.12.2012 nur noch Zahnbleachingprodukte zu erhalten, deren Wasserstoffperoxidkonzentration unter 0,1 Prozent liegt. Diese Grenze gilt dann für alle Produkte der Mundhygiene und löst den bislang erlaubten Wert von 0,1 Prozent ab.

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