Bleaching ist der englische Ausdruck für Bleichen. Das Zahn-Bleaching bezeichnet ein Bleichverfahren, mit dem die Zähne eine hellere Farbe erhalten. Daher ist im Deutschen auch der Begriff Zahnaufhellung weit verbreitet. Beim Bleaching handelt es sich nicht um eine Behandlung, die Beläge von den Zähnen entfernt oder diese reinigt, das Bleaching ist ein chemischer Prozess, der lediglich die Verfärbungen der Zähne aufhellt. Das Bleaching hat jedoch keine Auswirkung auf die Gesundheit und Hygiene der Zähne.
Die chemischen Grundlagen des Bleachings
Wenn Zähne nicht weiß erscheinen, sondern einen gelblichen oder bräunlichen Farbton aufweisen, kann dies verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen sind diese Verfärbungen auf Zahnbelag oder andere Verunreinigungen zurückzuführen. Oftmals hilft hier bereits eine gründliche Mundhygiene. Wenn man damit keinen Erfolg hat, kann der Zahnarzt mit einer professionellen Zahnreinigung die Beläge entfernen.
Doch gibt es andere Verfärbungen, die selbst mit einer Zahnreinigung nicht beseitigt werden können. Diese Verfärbungen sind in der Regel auf Farbstoffe zurückzuführen, die in den Lebensmitteln enthalten sind. Kaffee oder Rotwein beispielsweise haben sehr intensive Farbstoffe. Auch Tabakrauch enthält Farbstoffe, die die Zähne verfärben können. Diese Farbstoffe dringen in die Zähne ein und setzen sich unterhalb des Zahnschmelzes ab. Daher können sie nicht einfach mit mechanischen Methoden entfernt werden, da der Zahnschmelz die Verfärbungen schützt. Glücklicherweise sind diese Verfärbungen für die Gesundheit der Zähne unbedenklich. Dennoch wirken sie unansehnlich und erwecken sogar oft einen ungepflegten Eindruck. Obwohl diese Verfärbungen nicht auf mangelnde Zahnhygiene zurückzuführen sind, trauen sich die Betroffenen oft nicht mehr zu lächeln, da ihnen die bräunliche Farbe ihrer Zähne peinlich ist. Doch ist es auch bei dieser Form der Verfärbung möglich, sie zu entfernen. Anstelle der mechanischen Reinigung muss hier jedoch eine chemische Behandlung durchgeführt werden. Hierfür werden Produkte verwendet, die in den Zahnschmelz eindringen und hier mit den Verfärbungen reagieren. So können auch Verfärbungen unter der Oberfläche der Zähne bekämpft werden. Der chemische Prozess des Bleichens kann in der Regel auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden. Zum einen kann einem Farbstoff Sauerstoff entzogen werden. Diese Form wird Reduktionsbleiche genannt. Die chemischen Verbindungen, aus denen die Verfärbungen entstehen, enthalten in der Regel Sauerstoff. Wenn eine andere chemische Verbindung diesen Sauerstoff an sich zieht, entsteht eine neue Verbindung, die farblos ist. So wird die Verfärbung entfernt. Oftmals werden für diese Form der Bleiche Schwefelverbindungen verwendet, die den Sauerstoff entziehen.
Die zweite Form des Bleichens wird Oxidationsbleiche genannt und hat genau das entgegengesetzte Wirkungsprinzip. Bei der Oxidationsbleiche wird einer Verbindung weiterer Sauerstoff zugeführt. Auch hier entsteht eine neue chemische Verbindung, die ebenfalls farblos ist. Für die Oxidationsbleiche wird Aktivsauerstoff benötigt. In der Luft kommt Sauerstoff immer als Sauerstoffmolekül vor, das aus zwei Sauerstoffatomen besteht. Diese Verbindung ist stabil und geht nur unter bestimmten Voraussetzungen andere Verbindungen ein. Beim Aktivsauerstoff handelt es sich hingegen um einzelne Sauerstoffatome. Diese sind sehr instabil und haben ein hohes Bestreben, eine neue Verbindung einzugehen. Daher greifen sie andere Moleküle an und verbinden sich mit diesen. Ein Stoff, der Aktivsauerstoff freisetzt, ist Wasserstoffperoxid (H2O2). Dieses besteht aus zwei Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen. Die Verbindung zerfällt selbstständig in Wasser (H2O) und ein einzelnes Sauerstoffatom, das für das Bleichen der Zähen genutzt werden kann. Es gibt auch andere Peroxide, die eine ähnliche Wirkungsweise haben und die ebenfalls zum Bleichen verwendet werden können.
Für das Bleaching kann man sowohl die Oxidationsbleiche als auch die Reduktionsbleiche nutzen. Die Reduktionsbleiche hat jedoch den großen Nachteil, dass sie nur recht kurz anhält. Da die Luft Sauerstoff enthält, kann sich der Luftsauerstoff wieder in die Verbindungen einlagern, sodass die Verfärbungen wieder auftreten. Daher wird deutlich häufiger die Oxidationsbleiche angewendet. Diese hat eine sehr lange anhaltende Wirkung. Wenn man die Zähne mit wasserstoffperoxidhaltigen Präparaten aufhellt, kann der Effekt über mehrere Jahre hinweg anhalten.
In-Office Bleaching in der Zahnarztpraxis
Wer eine Zahnaufhellung durchführen will, kann dies entweder in einer Zahnarztpraxis durchführen lassen, oder zu Hause. Das Bleaching in der Zahnarztpraxis wird als In-Office-Bleaching bezeichnet. Wenn man das Bleaching in der Zahnarztpraxis durchführen will, sollte man zunächst einen Beratungstermin vereinbaren. Hier wird zunächst bestimmt, um welche Art von Verfärbungen es sich im vorliegenden Fall handelt und ob für diese das Bleaching die geeignete Behandlung darstellt. Denn in manchen Fällen ist eine Verfärbung auch auf eine abgestorbene Zahnwurzel oder ein anderes Problem zurückzuführen. In diesen Fällen bleibt das Bleaching ohne Erfolg. In der Regel wird vor dem Bleaching eine Zahnreinigung durchgeführt. Bei dieser Behandlung werden alle oberflächlichen Verunreinigungen beseitigt. So können zum einen die Bleaching-Produkte besser wirken und zum anderen wird bereits auf diese Weise oftmals eine Aufhellung der Zähne bewirkt.
Um das Bleaching durchzuführen, muss der Zahnarzt einige Schutzmaßnahmen durchführen. Das liegt daran, dass das Bleaching Gel ätzend wirkt. Wenn es in Kontakt zu anderen Bereichen des Mundes gelangt, verursacht es schmerzhafte Verletzungen. Daher verwendet der Zahnarzt für diese Behandlung einen Wangenhalter. Das ist ein ovales Plastikstück, das in den Mund eingesetzt wird. Die Form des Wangenhalters sorgt dafür, dass die Wangen und die Lippen nach außen gedrückt werden und so die Zähne nicht berühren können. Außerdem wird auch die Zunge nach unten gedrückt, um den Kontakt zu vermeiden. Auch das Zahnfleisch muss vor dem Kontakt mit dem Bleaching Gel geschützt werden. Dazu kann man es entweder mit einem Speziallack überziehen, oder man verwendet eine Spezialfolie, um den Kontakt zu vermeiden. Der Lack ist zwar einfach anzubringen, dafür benötigt es einige Minuten, bis er trocknet. Das Anbringen der Folie hingegen ist etwas komplizierter, dafür kann hier sofort mit der Behandlung begonnen werden.
Im nächsten Schritt wird das Bleaching Gel aufgetragen. Das Bleaching Gel ist ein Gel, das einen der oben beschriebenen Wirkstoffe enthält. In den meisten Fällen verwendet der Zahnarzt ein Gel, das Wasserstoffperoxid als Wirkstoff enthält. Wenn das Gel mit dem Wasserstoffperoxid auf die Zähne aufgetragen wird, beginnt es, Aktivsauerstoff freizusetzen. Doch ist dieser Prozess relativ langsam. Um die Zähne ausreichend aufzuhellen, ist eine mehrstündige Einwirkungszeit notwendig.
Doch hat der Zahnarzt eine Möglichkeit, den Prozess stark zu beschleunigen. Der Zerfall des Wasserstoffperoxids läuft schneller ab, wenn der Reaktion Energie zugeführt wird. Eine geeignete Form, dem Wasserstoffperoxid Energie zuzuführen, um den Zerfall zu beschleunigen, ist eine starke Lichteinwirkung. Besonders geeignet dafür ist ein Laser. Dieser kann eine hohe Energiemenge zielgerichtet zuführen. Daher bieten die meisten Zahnärzte Laser Bleaching an. Bei diesem Verfahren wird jeder Zahn, der aufgehellt werden soll, etwa 30 Sekunden lang mit einem Laser bestrahlt. So wird der Prozess stark beschleunigt. Die gesamte Behandlungszeit beim Laser Bleaching beträgt nur etwa eine halbe Stunde. Außerdem wird der Effekt auch verstärkt, sodass in der Regel nur eine einzige Sitzung notwendig ist, um für mehrere Jahre strahlend weiße Zähne zu erhalten.
Das In-Office Bleaching ist sicherlich die effektivste und die schnellste Form, für weiße Zähne zu sorgen. Allerdings muss der Patient hierbei berücksichtigen, dass die Krankenkasse die anfallenden Honorarkosten nicht übernimmt. Das Gehalt des Zahnarztes ist jedoch beträchtlich und auch die Nutzung der Praxis fällt ins Gewicht. Daher muss der Patient für ein professionelles Laser Bleaching mit Kosten von etwa 600 bis 800 Euro rechnen. Allerdings erhält er für diesen Preis eine sehr effektive Zahnaufhellung, die mehrere Jahre anhält.
Home Beaching: Die Alternative für eine selbstständige Anwendung
Wer das Bleaching nicht in der Zahnarztpraxis durchführen möchte, kann die Zahnaufhellung auch selbstständig zu Hause durchführen. Doch auch hier ist es vorteilhaft, zunächst einen Zahnarzt aufzusuchen. Im Rahmen eines normalen Kontrolltermins kann man den Zahnarzt nach den Gründen für die Verfärbungen fragen. So erfährt der Patient, ob das Bleaching die geeignete Behandlung für ihn ist. Außerdem kann man so auch einen Termin für die Zahnreinigung ausmachen. Denn oberflächliche Verunreinigungen können den Effekt der Zahnaufhellung beeinträchtigen.
Für das Home Bleaching gibt es verschiedenen Anwendungsformen. Eine Möglichkeit ist es, Bleaching Gel zu verwenden. Dazu wird oft eine Plastikschiene verwendet, die mit dem Gel gefüllt und anschließend auf die Zähen aufgesetzt wird. Das Bleaching Gel für den Hausgebrauch unterscheidet sich jedoch deutlich von dem Gel, das der Zahnarzt verwendet. Da dieses Gel wie bereits beschrieben stark ätzend wirkt, ist die Verwendung für den Hausgebrauch verboten. Die Gels für den Hausgebrauch enthalten eine deutlich geringere Wirkstoffkonzentration, sodass die ätzende Wirkung dieser Produkte stark vermindert wird. Dennoch gilt es auch hier, einen direkten Kontakt mit dem Zahnfleisch, den Lippen oder den Wangen zu vermeiden.
Die geringere Wirkstoffkonzentration führt dazu, dass die Behandlungszeit deutlich ansteigt. Das Gel muss viele Stunden einwirken. Dennoch ist der Effekt geringer. Daher muss die Behandlung in der Regel mehrere Male wiederholt werden, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird.
Auch beim Hausgebrauch kann der Effekt des Bleaching Gels durch Lichteinwirkung verstärkt werden. Da ein Laser jedoch zum einen sehr teuer ist und zum anderen auch einen sachgerechten Umgang erfordert, da er sonst Verletzungen verursachen kann, werden für das Home Bleaching in der Regel sogenannte Bleaching Lampen verwendet. Das sind kleine Lampen mit sehr hoher Leuchtkraft, die oft auch UV-Licht ausstrahlen. Diese Lampen beschleunigen die Wirkung des Bleaching Gels ebenfalls. Auch wenn die Leistung dieser Lampen nicht ganz so stark wie die des Lasers in der Zahnarztpraxis ist, kann auf diese Weise dennoch die Behandlungszeit erheblich verkürzt werden.
Bleaching Stifte und Streifen zur Zahnaufhellung
Neben dem Bleaching Gel werden auch noch weitere Produkte für das Home Bleaching angeboten. Eines dieser Produkte ist der Bleaching Stift. Der Bleaching Stift besteht aus einem Tank, der den Wirkstoff enthält und einem feinen Pinsel an der Spitze. Der Wirkstoff wird direkt in die Pinselspitze befördert, sodass es sehr leicht fällt, diesen mit einer hohen Präzision aufzutragen, ohne dass er das Zahnfleisch berührt. Ein weiterer Vorteil des Bleaching Stifts ist es, dass hier der Wirkstoff in der Regel trocknet. So kann man während der Einwirkungszeit auch andere Dinge erledigen.
Ein weiteres Produkt für das Home Bleaching sind Bleaching Streifen. Dabei handelt es sich um kleine Klebestreifen, die auf die Zähne geklebt werden. Die Streifen enthalten den Wirkstoff und hellen die Zähne auf. Die Anwendung dieser Streifen ist sehr einfach und auch die Ergebnisse sind zufriedenstellend. Ein kleiner Nachteil dieses Produkts ist es, dass es schwerfällt, die Streifen in den Zahnzwischenräumen anzubringen. So bleiben an diesen Stellen die Verfärbungen oftmals erhalten.
Alle vorgestellten Methoden sind deutlich günstiger als das Bleaching in der Zahnarztpraxis. Insbesondere da die Honorarkosten wegfallen, sind die Kosten geringer. Der Anwender muss lediglich die Materialkosten tragen. Doch beansprucht die Behandlung auf diese Weise im Gegenzug deutlich mehr Zeit und oft sind die Ergebnisse etwas weniger gut.
Es ist auch möglich, das Home Bleaching in Zusammenarbeit mit einem Zahnarzt durchzuführen. Der Zahnarzt stellt zu diesem Zweck zunächst eine Spezialschiene her. Diese wird genau an die Zähne des Patienten angepasst. Der Zahnarzt stellt dem Patienten außerdem ein geeignetes Bleaching Gel zur Verfügung. Durch die genaue Passform der Schiene ist die Anwendung besonders einfach und sicher. Außerdem wird die Behandlung durch den Zahnarzt überprüft, was zum einen für einen guten Erfolg sorgt, zum anderen auch Verletzungen aufgrund einer unsachgerechten Anwendung verhindern kann. Allerdings muss auch in diesem Fall der Patient für die Honorarkosten des Zahnarztes aufkommen, wodurch die Behandlung deutlich kostenintensiver ist, als die eigenständige Anwendung.